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Studie zeigt: Kopfbälle können Hirnschäden bei Amateurfußballern verursachen

Eine neue Studie zeigt, dass bereits ein Kopfball bei Amateurfußballern Biomarker im Blut freisetzt, die auf mögliche Hirnschädigungen hinweisen. Je mehr und heftiger die Kopfbälle, desto deutlicher sind die Auswirkungen auf das Gehirn.

Studie zeigt: Kopfbälle können Hirnschäden bei Amateurfußballern verursachen
KI-generiert

Studie zeigt: Kopfbälle können Hirnschäden bei Amateurfußballern verursachen

03.06.2026, 07:12 Uhr

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Die Gefahren von Kopfbällen betreffen nicht nur Profisportler, sondern auch Amateurfußballer. Eine aktuelle Untersuchung hat nachgewiesen, dass im Blut von Freizeitkickern Biomarker für mögliche Hirnschädigungen nach Kollisionen nachweisbar sind. Je häufiger und intensiver die Kopfballaktionen, desto ausgeprägter sind die Folgen.

Bereits zahlreiche Studien haben darauf hingewiesen, dass das Köpfen eines Fußballes nicht ohne Auswirkungen auf das Gehirn bleibt. Ein Forschungsteam aus Amsterdam hat nun die unmittelbaren Folgen von Kopfbällen nach einem Spiel dokumentiert. Die neue Studie liefert erstmals konkrete Messwerte.

Wissenschaftler des Amsterdam UMC, unter der Leitung der Neurowissenschaftler Marloes Hoppen, Marsh Königs und Neurologe Jort Vijverberg, konnten in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Fußballverband KNVB nachweisen, dass im Blut von Amateurspielern unmittelbar nach einem Spiel bestimmte Biomarker ansteigen, die auf Nervenzellschädigungen hindeuten. Der Effekt war umso deutlicher, je häufiger und intensiver die Kopfballaktionen waren. Die Ergebnisse wurden im angesehenen Fachmagazin JAMA Neurology veröffentlicht.

Intensität der Kopfballaktionen entscheidend

Insgesamt wurden 302 männliche Amateurspieler während elf Fußballspielen untersucht. Vor und nach den Spielen wurde ihnen Blut abgenommen, um die Biomarker p-tau217 und S100B zu bestimmen – dieselben, die auch zur Diagnose von Hirnverletzungen oder Demenz verwendet werden. Videoaufnahmen dokumentierten zudem, welcher Spieler wie oft köpfte und ob es sich um besonders kraftvolle Kopfballaktionen handelte, beispielsweise nach einem langen Abschlag des Torwarts.

„Je öfter ein Spieler köpfte und je heftiger der Kopfball, desto größer war der im Blut gemessene Effekt“, erklärte Marsh Königs vom Emma Kinderhospital des Amsterdam UMC.

Der stärkste Anstieg der Biomarker trat nach intensiven Kopfbällen auf, wenn der Ball mehr als 20 Meter geflogen war. Auffällig ist, dass sich die Werte innerhalb von 24 bis 48 Stunden wieder auf das Ausgangsniveau zurückbilden. Studienleiter Jort Vijverberg vom Alzheimer Center Amsterdam warnte jedoch:

„Wir betrachten hier im Grunde ‚Staubwolken‘ der Schädigung. Wenn sich der Staub gelegt hat, heißt das nicht, dass der Schaden verschwunden ist.“

Hinweise auf Hirntrauma

Der britische Biomediziner Peter Theobald von der Universität Cardiff, der nicht an der Studie beteiligt war, kommentierte:

„Diese Studie untermauert die sich abzeichnenden Erkenntnisse, dass bereits leichte Kopfstöße eine negative Reaktion des Hirngewebes auslösen.“

Er stellte fest, dass bereits eine geringe Anzahl von Kopfbällen mit Veränderungen der Blutmarker unmittelbar nach dem Spiel und erneut 48 Stunden später korreliert.

„Dies könnte darauf hindeuten, dass Kopfbälle ein gewisses Hirntrauma verursachen“, so Theobald.

Eine weitere Studie aus dem Jahr 2025, die die Gehirne von mehr als 350 Amateurfußballspielern untersuchte, ergab, dass eine höhere Anzahl von Kopfbällen mit stärkeren Störungen der Mikrostruktur des Gewebes einhergeht, insbesondere in den tiefen Hirnfalten. Eine ebenfalls 2025 durch die University of Sydney geleitete Studie kam zu ähnlichen Ergebnissen: Bereits das Köpfen ohne Gehirnerschütterung verändert das Gehirn messbar, auch wenn keine sofortigen kognitiven Beeinträchtigungen auftreten.


Quellen: n-tv

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