Eine neue Untersuchung hat herausgefunden, dass Luftverschmutzung, speziell durch Schadstoffe wie Ozon und Stickstoffdioxid, signifikante Veränderungen in der DNA von Spermien bei Männern hervorruft. Diese Veränderungen könnten potenziell auch die Gesundheit der zukünftigen Generationen beeinträchtigen.
Die Luftverschmutzung, die durch Verkehr sowie durch Gas- und Öl-Heizungen entsteht, stellt ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko dar. Bisher war der genaue Einfluss von Luftschadstoffen auf die Qualität von Spermien weitgehend unklar. Ein Forschungsteam unter der Leitung von Epidemiologin Carrie Nobles an der University of Massachusetts Amherst hat diesen Zusammenhang nun näher untersucht.
In der Studie wurden über 2000 Männer in Salt Lake City, Utah, über mehrere Monate hinweg beobachtet. Die Wissenschaftler analysierten Spermienproben und schätzten die individuelle Exposition gegenüber verschiedenen Schadstoffen wie Ozon, Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid und Feinstaub.
Die Analyse ergab, dass 39 spezifische Stellen im Erbgut der Spermien identifiziert werden konnten, an denen sich die Belastung durch Schadstoffe niederschlug. Während der genetische Code selbst unverändert blieb, wurde die Regulierung der Gene durch chemische Markierungen beeinflusst, die als DNA-Methylierung bekannt sind. Diese Markierungen bestimmen, ob die Gene aktiv sind oder nicht.
Ein besonders auffälliger Befund war der Zusammenhang zwischen den Veränderungen in der DNA-Methylierung und dem GNAS-Gen, das durch Prägung modifiziert ist. Diese Entdeckung wirft die Frage auf, ob die durch Schadstoffe verursachten Veränderungen nicht nur die Fruchtbarkeit der Männer beeinträchtigen, sondern auch die Schwangerschaft und die Gesundheit ihrer Nachkommen beeinflussen könnten.
Die Ergebnisse dieser Studie wurden auf der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für menschliche Fortpflanzung und Embryologie (ESHRE) in London präsentiert. Es ist jedoch zu beachten, dass diese Ergebnisse bislang nicht unabhängig überprüft oder in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlicht wurden.
Richard Lea, ein Experte der University of Nottingham, der nicht an der Studie beteiligt war, bezeichnete die Forschung als bedeutend und bestätigte die Beeinflussung der Spermienqualität durch Luftschadstoffe. Er bemerkte zudem, dass die Analysemethoden der Studie solide und Störfaktoren berücksichtigt worden seien.
Allan Pacey, Professor für Männerheilkunde an der Universität Manchester, äußerte sich ebenfalls positiv über die Studie und nannte sie gründlich. Dennoch wies er darauf hin, dass es bislang unklar sei, ob die beobachteten Veränderungen der Spermien-DNA-Methylierung tatsächlich klinische Relevanz für männliche Unfruchtbarkeit haben. Weitere Studien sind notwendig, um diese Hypothese zu prüfen.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Forschungsergebnisse auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Veränderungen in der Spermien-DNA hinweisen, was weitreichende Auswirkungen auf die Gesundheit künftiger Generationen haben könnte.
Quellen: n-tv, web