„`html
Einführung einer Zuckersteuer in Deutschland gefordert
In vielen Limonaden und Fruchtsäften ist ein hoher Zuckergehalt zu finden. Experten der Leopoldina, der Nationalen Akademie der Wissenschaften, sprechen sich für die Einführung einer Zuckersteuer in Deutschland aus. Sie verweisen auf positive Erfahrungen anderer Länder, wie Großbritannien, wo die Besteuerung von zuckergesüßten Getränken den Konsum nachweislich gesenkt hat.
Die Akademie betont, dass auch in Deutschland mit einer Zuckersteuer positive Effekte auf die Gesundheit der Bevölkerung und eine Reduzierung der krankheitsbedingten Versorgungskosten zu erwarten sind. Dies könnte auch die Folgen für die Lebensgewohnheiten der Deutschen beeinflussen.
Adipositas als ernsthaftes Gesundheitsproblem
Die bisherigen politischen Maßnahmen zur Bekämpfung von Adipositas zeigen laut Leopoldina nur begrenzte Erfolge. Trotz zahlreicher Präventionsinitiativen steigt die Häufigkeit von Übergewicht. In Deutschland sind fast 17 Prozent der Kinder im Alter von 3 bis 17 Jahren betroffen, während bei Erwachsenen etwa zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen übergewichtig sind. Rund 25 Prozent der Erwachsenen leiden an Adipositas.
Prävention und Therapie als Schlüssel
Die Akademie empfiehlt eine Kombination aus Prävention und Therapie. Dabei sollte die Prävention frühzeitig beginnen, insbesondere während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren. Ungesunde Verhaltensweisen sollten durch regulatorische Maßnahmen eingedämmt werden. Zudem wird vorgeschlagen, die Mehrwertsteuer auf gesunde Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukte zu senken und die Werbung für ungesunde Produkte, insbesondere an Kinder und Jugendliche, zu beschränken.
Finanzielle Belastungen durch Adipositas
Bei den Therapieansätzen werden Medikamente, Lebensstiländerungen und chirurgische Eingriffe genannt. Besonders hervorgehoben werden Inkretin-Mimetika, die nicht nur das Gewicht, sondern auch Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen positiv beeinflussen können. Derzeit werden die Kosten für solche Medikamente, die die Lebensqualität steigern sollen, nicht übernommen, was eine dringende Anpassung erfordert.
Die gesundheitlichen Folgen von Adipositas sind gravierend und umfassen ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle, Diabetes und verschiedene Krebserkrankungen. Die jährlichen volkswirtschaftlichen Kosten von Übergewicht und Adipositas werden auf etwa 2,6 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts geschätzt, was rund 113 Milliarden Euro entspricht.
„`
Bildquelle: Pexels / Mustafa Alkan