„Es ist unerhört, dass kurz nach der Freigabe der Dokumente bereits Dateien fehlen“, äußerte ein Kritiker zur aktuellen Situation.
Washington – Am 21. Dezember 2025 hat das US-Justizministerium die Veröffentlichung von Akten im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein initiiert. Allerdings fehlten nur einen Tag nach der Veröffentlichung mehrere Dokumente, was zu Anschuldigungen seitens der Opposition führte, die Zensur vermutet.
Vorwürfe gegen das Justizministerium
Im Zuge der Veröffentlichung tausender Dokumente erhoben die Demokraten im US-Kongress den Vorwurf, dass eine Datei gelöscht wurde. Wenige Stunden nach der Bereitstellung auf der Webseite des Ministeriums sei ein bestimmtes Foto, das den aktuellen US-Präsidenten Donald Trump mit Epstein zeigt, entfernt worden.
Ein weiterer Punkt der Kontroversen betrifft ein Bild, das Trump zusammen mit Epstein und Ghislaine Maxwell abbildet. Laut Berichten ist zudem ein weiteres Foto, das Ex-Präsident Bill Clinton zeigt, in den freigegebenen Akten erhalten geblieben. Eine Stellungnahme des Justizministeriums zu diesen Vorwürfen steht bislang noch aus.
Details zu den fehlenden Dateien
Erste Überprüfungen durch die Deutsche Presse-Agentur haben gezeigt, dass eine aktualisierte Version des ursprünglich veröffentlichten Datensatzes am Samstag mindestens 16 Dateien weniger beinhaltete als die Version vom Freitagnachmittag. In dieser neueren Fassung sind neben dem betreffenden Foto auch Aufnahmen eines Raumes mit einer Massageliege nicht mehr vorhanden.
Eine Sprecherin des Weißen Hauses versicherte nach Beginn der Veröffentlichungen, dass die aktuelle US-Regierung die „transparenteste“ in der Geschichte sei. Vize-Justizminister Todd Blanche informierte, dass in den kommenden Wochen weitere Hunderttausende Dokumente veröffentlicht werden sollen, wobei diese einer vorherigen Bearbeitung unterzogen werden müssen, um die Identität der Betroffenen zu schützen.
Stellungnahme des Vize-Justizministers
In einem Gespräch mit ABC News stellte Blanche klar, dass das Ministerium keine Akten manipuliert habe, um Präsident Trump zu entlasten. Er wies alle Annahmen zurück, die darauf hindeuten, dass es spezifische Anweisungen zur Bearbeitung von Materialien in Bezug auf den Präsidenten gegeben habe. „Donald Trump hat von Anfang an klargemacht, dass er die Freigabe aller möglichen Akten erwartet, und genau das tun wir“, so Blanche.
Obwohl Trump in den Dokumenten erwähnt wird, scheinen die neuen Informationen über die Beziehung zwischen ihm und Epstein begrenzt zu sein. Zudem hat Trump bisher keinerlei Stellung dazu genommen.
Hintergrund des Epstein-Skandals
Der Fall Epstein hat die öffentliche Aufmerksamkeit über Jahre hinweg auf sich gezogen. Der mittlerweile verstorbene US-Multimillionär war über Jahre in einen Missbrauchsring verwickelt, der zahlreichen jungen Frauen und Minderjährigen schadete. Epstein starb vor sechs Jahren im Alter von 66 Jahren in Haft.
Die Verbindungen des Finanzier zu hochrangigen Persönlichkeiten haben zahlreiche Spekulationen über mögliche Verstrickungen in seine Machenschaften ausgelöst. Vor einem Monat wurde schließlich die Veröffentlichung der Akten per Gesetz angeordnet, gegen die Trump lange Zeit Widerstand geleistet hatte.
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