Die Schufa, eine der wichtigsten Auskunfteien in Deutschland, sieht sich wachsender Kritik gegenüber. Recherchen haben ergeben, dass die angekündigte Transparenz bezüglich ihres neuen Bonitäts-Scores möglicherweise nicht erfüllt wird. Verbraucher, die auf Kredite angewiesen sind, blicken oftmals besorgt auf ihren Schufa-Score, der seit März 2026 für mehr Nachvollziehbarkeit sorgen sollte. Aktuelle Informationen deuten jedoch darauf hin, dass es mehrere Scores gibt, die den Verbrauchern nicht zugänglich sind.
Neue Score-Modelle und die Transparenzoffensive
Im Rahmen einer sogenannten „Transparenzoffensive“ kündigte die Schufa vor einigen Jahren die Einführung eines neuen Scores an, der die Wahrscheinlichkeit der Schuldenbegleichung von Verbrauchern bewertet. Dieser Score sollte den Nutzern ermöglichen, die Kriterien und deren Gewichtung einzusehen, um ihr Verhalten entsprechend anzupassen und ihre Chancen auf Kredite oder Mobilfunkverträge zu erhöhen.
Allerdings zeigen Medienrecherchen, dass die Schufa bereits seit Sommer 2025 einen weiteren Score, den Hypothekenscore, verwendet, der speziell für langfristige Hypotheken gedacht ist. Im Gegensatz zum neuen Schufa-Score wird dieser Score anders berechnet und ist für Verbraucher in der App nicht sichtbar. Die Schufa hat diese Informationen bislang nicht ausreichend kommuniziert, was zu Verwirrung und Misstrauen führt.
Äußerungen von Verbraucherschützern
Verbraucherschützer äußern ernsthafte Bedenken hinsichtlich der tatsächlichen Transparenz der Schufa-Offensive. Claudio Zeitz-Brandmeyer von der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) stellt infrage, wo der versprochene Gewinn an Transparenz bleibt, wenn es neben dem neuen Score auch andere Scores gibt, die den Verbrauchern unbekannt sind. Er fordert eine offenere Kommunikation seitens der Schufa, um den Eindruck zu vermeiden, dass Informationen im Verborgenen gehalten werden.
Die Schufa selbst hat auf die Vorwürfe reagiert und betont, dass nie behauptet wurde, es gebe ausschließlich einen Score. Das Unternehmen erklärt, dass der neue Score der zentrale sein soll, der bis 2028 für etwa 80 Prozent der Scores stehen wird. Neben dem Hypothekenscore sind zudem weitere Scores wie Chancenscores und Inkassoscores in Planung.
Zusätzliche Informationen für Unternehmen
Zusätzlich zu den Scores für Verbraucher haben Unternehmen die Möglichkeit, Informationen über Verbraucher zu erwerben, die theoretisch in die Kreditentscheidungen einfließen können. Dies führt dazu, dass Verbraucher in der App einen Score sehen, der möglicherweise nicht die Grundlage für die Entscheidungen von Banken oder anderen großen Kunden darstellt.
Die Schufa hat bestätigt, dass der Hypothekenscore bereits aktiv ist und etwa dreihundertmal pro Woche übermittelt wird, während der neue Schufa-Score etwa dreihunderttausendmal pro Woche ausgeliefert wird. Es ist geplant, den Hypothekenscore in der App anzuzeigen, sobald er für Immobilienkredite relevant wird.
Fazit
Die Debatte um die Transparenz der Schufa und ihrer Scores bleibt angespannt. Während die Schufa versucht, ihre neuen Modelle als Fortschritt darzustellen, bleibt unklar, inwieweit Verbraucher von dieser Transparenz tatsächlich profitieren können. Die Forderungen nach größerer Klarheit und offenerer Kommunikation werden lauter, und es bleibt abzuwarten, wie die Schufa auf die anhaltende Kritik reagieren wird.
Quellen: n-tv, tagesschau
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.