Die kürzliche Löschung weiterer Dokumente von der Webseite des US-Justizministeriums zu den Epstein-Akten sorgt für Aufsehen. Wenige Tage nach der Freigabe Tausender Ermittlungsunterlagen zum Fall des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein wurden neue Dateien veröffentlicht und anschließend entfernt. Medienberichten zufolge waren diese Dokumente, die anscheinend ebenfalls Teil der Ermittlungsunterlagen waren, am Montagnachmittag (Ortszeit) für einige Stunden online verfügbar.
Es handelte sich um eine umfangreiche Sammlung von Regierungsunterlagen, E-Mails und Videos der Gefängnisbehörde. Unter den veröffentlichten Inhalten fanden sich unter anderem Informationen zu Flügen von US-Präsident Donald Trump mit Epsteins Privatjet. Zudem wurde ein Austausch zwischen Gefängnisbeamten über Epsteins psychischen Zustand kurz vor seinem Tod dokumentiert. Auf eine Anfrage der Zeitungen reagierte die US-Regierung bislang nicht.
Kritik an der Löschung der Akten
Am Freitag hatte das US-Justizministerium, unter dem Druck der Öffentlichkeit und des Kongresses, eine Vielzahl von Dateien online gestellt. Dies geschah am letzten Tag einer Frist, die dem Ministerium auferlegt worden war. Kurz nach der Veröffentlichung dieser Informationen wurden mehrere Dateien wieder gelöscht, darunter ein Bild von Trump aus der Zeit vor seiner Präsidentschaft, das ihn mit Frauen in Bikinis zeigt. Der Grund für die Rücknahme der Dateien wurde als Schutz der Opfer angegeben.
Das Foto von Trump wurde nach einer erneuten Überprüfung später erneut veröffentlicht. Die unzureichende Freigabe der Akten und die umfangreiche Schwärzung haben zu scharfer Kritik aus dem Kongress geführt. Zudem taucht der frühere US-Präsident Bill Clinton häufig in den veröffentlichten Materialien auf.
Prominente Verbindungen und politische Kontroversen
Auf den veröffentlichten Fotos sind viele Prominente zu sehen, darunter Musiker und Schauspieler, sowie Bill Clinton, der offenbar häufig in Gesellschaft von Epstein und dessen Vertrauten Ghislaine Maxwell abgebildet ist. Trump hatte in den vergangenen Wochen versucht, die Aufmerksamkeit auf Clinton zu lenken, bevor er seine Aussagen relativierte und erklärte, dass er Clinton respektiere.
Die Sprecherin von Clinton forderte die vollständige Veröffentlichung aller relevanten Dokumente und warnte, dass eine selektive Veröffentlichung den Verdacht erwecken könnte, es gehe dem Ministerium nicht um Transparenz.
Der Fall Epstein hat aufgrund seiner umfangreichen Verstrickungen in die High Society und der Vielzahl an Opfern für anhaltende öffentliche und politische Debatten gesorgt. Epstein betrieb über Jahre einen Missbrauchsring und starb 2019 im Gefängnis, bevor er zu einer weiteren Verurteilung kommen konnte. Die Veröffentlichung der Akten war ein lange angefordertes gesetzliches Verfahren, gegen das Trump sich zuvor gewehrt hatte.
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