Am Freitag reichte die Warenhauskette Galeria Kaufhof beim Amtsgericht Düsseldorf einen Insolvenzantrag ein. Dies ist bereits die vierte Insolvenz binnen sechs Jahren. Die Unternehmensführung betonte, dass die finanzielle Lage des Unternehmens äußerst kritisch ist, und etwa 12.000 Mitarbeiter in den insgesamt 83 Filialen erneut um ihre Arbeitsplätze fürchten müssen.
Die Gründe für die Insolvenz sind vielfältig, wobei die desolate Finanzlage besonders heraussticht. Aktuellen Berichten zufolge verfügt Galeria nur noch über rund zehn Millionen Euro, was als unzureichend angesehen wird, um den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten. Für eine gesicherte Liquidität wären hingegen mindestens 20 Millionen Euro notwendig. Die Gespräche mit dem US-Investor Gordon Brothers über eine mögliche finanzielle Unterstützung verliefen offenbar erfolglos.
In den vergangenen Monaten sind die Umsätze der Warenhäuser erheblich gesunken. Im Durchschnitt verzeichnete man einen Rückgang von etwa 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr; im September fiel der Umsatz sogar um etwa 25 Prozent. Diese negative Entwicklung hat die ohnehin angespannte finanzielle Situation des Unternehmens weiter verschärft.
Im Juni erhielt Galeria einen Rettungskredit in Höhe von 160 Millionen Euro von Gordon Brothers, der jedoch scheinbar bereits aufgebraucht ist. Die Gehälter der Mitarbeiter konnten für den Monat September nur mit großer Mühe gezahlt werden.
Durch den Insolvenzantrag verfolgt Galeria das Ziel, die Kosten in der Zukunft signifikant zu senken und einen letzten Versuch für einen Neuanfang zu wagen. Geplant ist unter anderem die Schließung von etwa 30 Filialen, was einen massiven Stellenabbau zur Folge haben könnte. Am Freitagmorgen wurden die Führungskräfte des Unternehmens über die Insolvenz informiert, und eine Versammlung mit den Mitarbeitern ist für 11 Uhr angesetzt.
Die Geschichte von Galeria ist von zahlreichen Krisen geprägt. Der Konzern, der aus den Traditionsmarken Karstadt und Kaufhof entstanden ist, hat in den letzten Jahren mehrfach Insolvenzschutz beantragt. Trotz zahlreicher kostenintensiver Rettungsversuche ließ sich der Abwärtstrend im klassischen Warenhausgeschäft nicht aufhalten. Die Branche kämpft seit Jahren mit hohen Betriebskosten, der zunehmenden Konkurrenz durch den Online-Handel und einer anhaltenden Kaufzurückhaltung der Verbraucher.
Quellen: Bild, t-online
Bildquelle: Raimond Spekking via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
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