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UN warnt: „Zeitalter globalen Wasserbankrotts“ beginnt

Die UN warnt vor einem dramatischen Wassermangel, der viele Regionen unbewohnbar macht. Der Bericht zeigt irreversible Verluste an Süßwasserreserven und betont die globale Vernetzung der Wasserkrise, die Ernährungssicherheit und politische Stabilität gefährdet.

UN warnt: „Zeitalter globalen Wasserbankrotts“ beginnt

Wasserkrise erreicht neue Dimensionen

Die Welt steht laut einem Bericht der UN vor dem Eintritt in ein „Zeitalter des globalen Wasserbankrotts“. Die Begriffe „Wasserknappheit“ und „Wasserkrise“ würden die Realität vieler Regionen nicht mehr adäquat widerspiegeln, da sie temporäre und potenziell umkehrbare Zustände implizieren. Stattdessen sind irreversible Verluste bei den Süßwasserreserven zu beobachten, so die Experten der Universität der Vereinten Nationen in Kanada.

Hauptautor Kaveh Madani, Direktor des Instituts für Wasser, Umwelt und Gesundheit, äußerte sich besorgt: „Dieser Bericht vermittelt eine unbequeme Wahrheit: Viele Regionen leben über ihre hydrologischen Verhältnisse, und viele wichtige Wassersysteme sind bereits bankrott.“

Globale Auswirkungen der Wasserknappheit

Der Bericht zeigt, dass zahlreiche Gesellschaften nicht nur ihr jährliches Kontingent an erneuerbarem Wasser aus Flüssen, Böden und Schneedecken überschreiten, sondern auch ihre langfristigen Reserven in Grundwasserleitern, Gletschern und Feuchtgebieten erschöpfen.

Madani erklärte, dass weltweit eine kritische Anzahl von Wassersystemen irreversible Schwellenwerte überschritten hat. Diese Systeme sind durch Handel, Migration, Klimarückkopplungen und geopolitische Abhängigkeiten miteinander verbunden, was die globale Risikolandschaft grundlegend verändert.

  • 2 Milliarden Menschen leben auf absinkendem Boden, mit einem jährlichen Rückgang von bis zu 25 Zentimetern in einigen Städten.
  • 4 Milliarden Menschen sind mindestens einen Monat pro Jahr von schwerer Wasserknappheit betroffen.
  • 3 Milliarden Menschen leben in Gebieten mit rückläufigen oder instabilen Wasservorräten.
  • 1,8 Milliarden Menschen waren 2022 bis 2023 von Dürre betroffen.

Ursachen der Wasserknappheit

Der Bericht thematisiert die verfügbare und nutzbare Menge an Süßwasser auf dem Planeten. Oft übersteigen die Entnahmen die Neubildung, und selbst in stabilen Wassermengen schrumpft der tatsächlich nutzbare Anteil. Zu den Ursachen zählen:

  • Grundwasserverschmutzung
  • Übernutzung von Ressourcen
  • Degradation von Land und Böden
  • Entwaldung
  • Umweltverschmutzung

Diese Probleme werden durch die globale Erwärmung weiter verschärft.

Regionale Unterschiede und globale Verantwortung

Rund drei Viertel der Menschheit leben in Ländern, die als wasserunsicher oder kritisch wasserunsicher gelten. Besonders betroffen sind der Nahe Osten, Nordafrika, Teile Südasiens und der Südwesten der USA. Die UN-Experten betonen, dass Wasserinsolvenz kein isoliertes Problem ist, sondern ein gemeinsames globales Risiko darstellt.

In Deutschland wird ein differenziertes Bild gezeichnet. Rike Becker vom Imperial College London stellte fest, dass Deutschland nur einen vergleichsweise kleinen Teil seines Wassers nutzt, während ein Großteil über Importe von Lebensmitteln und Industriegütern aus wasserproblematischen Ländern erfolgt. Jörg Dietrich von der Universität Hannover ergänzte, dass es lokal zu Engpässen kommen kann, jedoch ein Versagen der Wasserversorgung in Deutschland meist reversibel ist.

Handlungsbedarf und Lösungsansätze

Die UN-Experten betonen, dass eine Insolvenz nicht das Ende bedeutet, sondern einen Neuanfang. Madani erklärte: „Je länger wir zögern, desto größer wird das Defizit.“ Eine ehrliche, mutige und politisch willensstarke Reaktion sei notwendig, um weitere irreversible Schäden zu verhindern.

Die derzeitige Wasseragenda, die sich auf Trinkwasser und Sanitärversorgung konzentriert, sei vielerorts nicht mehr ausreichend. Regierungen sollten Prioritäten setzen, um den Verlust von Feuchtgebieten und die Verschmutzung von Grundwasser zu verhindern. Zudem müsse die Landwirtschaft durch nachhaltige Anbaumethoden umgestaltet werden.

Der Bericht, der im Vorfeld einer UN-Wasserkonferenz in den Vereinigten Arabischen Emiraten veröffentlicht wurde, soll als Weckruf dienen, um den notwendigen Paradigmenwechsel in der Wasserwirtschaft voranzutreiben. Rike Becker betonte, dass der Bericht nicht demotivieren, sondern zu globalen, nationalen und lokalen Aktionen aufrufen sollte.

Bildquelle: Unsplash / MAO YUQING

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