Die Türkei hat die Wiederbelebung einer historischen Bahnverbindung zwischen Europa und Saudi-Arabien zur obersten Priorität erklärt. Dies geschieht insbesondere vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Blockade der Straße von Hormus durch den Iran. Ziel dieser Initiative ist es, den Warenverkehr, insbesondere den Transport von Öl und Erdgas über Land, zu fördern. Damit wird eine bedeutsame Alternative zum maritimen Transport geschaffen.
Neubelebung der Hedschasbahn
Um den Herausforderungen durch die Schließung der Schifffahrtsstraße von Hormus zu begegnen, intensiviert die Türkei ihre Anstrengungen zur Wiederherstellung einer Bahnverbindung, die den Nahen Osten mit Europa verknüpfen soll. Der türkische Verkehrsminister Abdulkadir Uraloglu kündigte an, dass die Schließung der rund 400 Kilometer langen Lücke zwischen Jordanien und Syrien innerhalb von drei bis vier Jahren angestrebt wird. Diese Absicht wird durch eine jüngst unterzeichnete Kooperationsvereinbarung im Logistik- und Bahnsektor zwischen der Türkei und Saudi-Arabien gestützt.
Verbindungen und Transportmöglichkeiten
Die geplante Bahnlinie wird von Saudi-Arabien über Jordanien und Syrien bis in die Türkei führen. Dort soll sie mit dem europäischen Schienennetz verbunden werden. Uraloglu betonte, dass diese Verbindung in der Lage sein wird, eine Vielzahl an Frachtgütern nach Europa zu transportieren, wobei der Fokus insbesondere auf Öl und Erdgas liegt. Diese Initiative wird als Antwort auf die durch den Iran-Krieg verursachten Störungen im Schiffsverkehr angesehen.
Religiöse Relevanz und mögliche Erweiterungen
Über die wirtschaftlichen Vorteile hinaus könnte die Bahnverbindung auch für den Personenverkehr von Bedeutung sein, insbesondere im Rahmen der jährlichen Hadsch, der muslimischen Pilgerfahrt nach Saudi-Arabien. Uraloglu hob hervor, dass die Verbindung auch Pilger unterstützen könnte, die zu den heiligen Stätten reisen.
Finanzierungsstrategien und regionale Anbindung
In einem weiteren Schritt ist geplant, auch die Nachbarstaaten der Vereinigten Arabischen Emirate, darunter Kuwait, Katar, Oman und Jemen, an diese Bahnstrecke anzubinden. Der türkische Minister kündigte an, dass ein Finanzierungsplan in Arbeit sei, der Investitionen von etwa 100 Millionen Dollar für den Wiederaufbau der Verbindung zwischen der Türkei und dem syrischen Aleppo umfassen soll, um eine Strecke nach Damaskus zu schaffen.
Historische Hintergründe der Hedschasbahn
Die Hedschasbahn, die im frühen 20. Jahrhundert unter dem Osmanischen Reich erbaut wurde, verband Damaskus mit Medina im heutigen Saudi-Arabien. Das Projekt wurde von dem deutschen Ingenieur Heinrich August Meißner geleitet. Nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches und der Gründung der modernen Türkei im Jahr 1923 wurden die Verbindungen jedoch unterbrochen.
Quellen: n-tv, Hedschasbahn: Historische Zugverbindung zwischen Türkei und Saudi-Arabien soll neu entstehen – Politik, Türkei fördert Bahnlinie von Saudi-Arabien nach Europa als Hormus-Alternative
Bildquelle: Petar Milošević via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)