Die Aktie von Thyssenkrupp Nucera könnte sich an einem Wendepunkt befinden. Mit einer neuen strategischen Partnerschaft in Indien und der Unterstützung durch kürzlich eingeführte Handelsvereinfachungen könnte der Wasserstoff-Spezialist vor einem bedeutenden Neuanfang stehen.
Aktuell liegt der Kurs bei 9,25 Euro, was in den letzten Tagen einen leichten Anstieg bedeutet. Doch ist dies bereits ausreichend für eine Trendwende? Analysten sind optimistisch und sehen erhebliches Potenzial, sofern das Unternehmen seine starke Marktposition in Indien weiter ausbaut. Der Schlüssel zum Erfolg wird darin liegen, aus Ankündigungen tatsächlich große Aufträge zu generieren. Investoren, die auf grünen Wasserstoff setzen, sollten die Entwicklungen in den kommenden Wochen genau verfolgen, da es bei Thyssenkrupp Nucera um mehr als nur Hoffnungen geht – es geht um entscheidende Weichenstellungen. Die Fortsetzung des Aufwärtstrends könnte hier eine Rolle spielen.
Indien-Offensive mit System
Auf der Fachmesse India Energy Week in Goa hat Thyssenkrupp Nucera eine Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) bekannt gegeben. Das Ziel dieser Partnerschaft ist klar: Der Markt für grünen Wasserstoff und Power-to-X in Indien soll gezielt gefördert werden. Diese Zusammenarbeit vereint die internationale Entwicklungserfahrung der GIZ mit der technischen Expertise von Thyssenkrupp Nucera, einem führenden Anbieter von Elektrolyseuren. Gemeinsam wollen die Partner Chancen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette identifizieren und den Markthochlauf vor Ort aktiv unterstützen.
Das Projekt ist Teil des deutschen Förderprogramms H2Uppp, das Unternehmen beim Aufbau von Wasserstoffanwendungen im globalen Süden unterstützt. Die GIZ bringt ihr umfangreiches Netzwerk, Marktkenntnisse und Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Industriepartnern ein. Thyssenkrupp Nucera kann dabei auf seine bereits bestehende industrielle Präsenz in Indien zurückgreifen, insbesondere im Chlor-Alkali-Sektor, um den wachsenden Wasserstoffmarkt besser zu erschließen. Die indische Regierung verfolgt mit ihrer National Green Hydrogen Mission ehrgeizige Ziele, was Thyssenkrupp Nucera in eine vorteilhafte Position bringt, um von dem erwarteten Marktwachstum zu profitieren. Bringt der Indien-Deal die Wende?
Charttechnik
Die Aktie von Thyssenkrupp Nucera hat in den letzten Monaten eine schwierige Phase durchlebt. Nach einem signifikanten Rückgang im Jahr 2025 notiert der Titel derzeit im unteren Bereich seiner 52-Wochen-Spanne. Bei 9,25 Euro zeigt sich jedoch eine leichte Erholung. Die jüngsten Kursgewinne deuten darauf hin, dass möglicherweise eine Bodenbildung stattfindet. Für einen nachhaltigen Anstieg ist jedoch der Überwindung der 10-Euro-Marke entscheidend, die in der Vergangenheit als psychologisch wichtige Grenze galt. Ein Ausbruch darüber könnte neues Momentum erzeugen. Die entscheidende Hürde liegt jedoch bei 12,50 Euro. Oberhalb dieser Marke könnte ein charttechnischer Aufschwung beginnen, der den Weg in Richtung 15 bis möglicherweise 20 Euro ebnen würde. Der aktuelle Kurs liegt über dem 200-Tage-Durchschnitt, jedoch unter dem 50-Tage-SMA. Der RSI-Wert von 59 zeigt zudem, dass die Aktie noch nicht überkauft ist und somit weiteres Potenzial nach oben hat. Sollten in den kommenden Wochen konkrete Auftragsmeldungen aus Indien oder anderen Märkten eintreffen, könnte dies die nötigen Impulse liefern, um die charttechnischen Widerstände zu überwinden.
Was tun?
Die strategische Ausrichtung in Indien legt das Fundament für zukünftiges Wachstum. Thyssenkrupp Nucera positioniert sich in einem Markt mit enormem Potenzial und nutzt dabei geschickt bestehende Strukturen vor Ort. Die Kooperation mit der GIZ sowie die Unterstützung durch das neue Freihandelsabkommen sind positive Signale. Gleichzeitig bleibt die Herausforderung, aus der Projektpipeline zeitnah feste Aufträge und laufende Umsätze zu generieren. Die jüngsten Unternehmenszahlen zeigen, dass der Weg zur nachhaltigen Profitabilität noch herausfordernd ist. Projektverzögerungen und ein intensives Wettbewerbsumfeld belasten das operative Geschäft. Langfristig spricht jedoch viel dafür, dass grüner Wasserstoff ein zentraler Bestandteil der Dekarbonisierung werden könnte. Branchen wie Stahl, Chemie und Raffinerien werden ohne Wasserstoff kaum klimaneutral betrieben werden können. Genau hier setzt das Geschäftsmodell von Thyssenkrupp Nucera an. Aus charttechnischer Sicht könnte sich für risikobereite Anleger eine gestaffelte Einstiegsstrategie anbieten. Wer auf die strukturelle Zukunft des Wasserstoffmarktes setzt, kann auf dem aktuellen Niveau erste Positionen aufbauen. Konservativere Investoren könnten den Sprung über 10 Euro abwarten und bei einem Überschreiten der 12,50-Euro-Marke nachkaufen. Sollte es Thyssenkrupp Nucera gelingen, die Marktanalysen in Indien zügig in konkrete Großprojekte umzusetzen, könnte die Aktie erheblich an Wert gewinnen.
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