Trotz der sinkenden Ölpreise und der Einführung eines Tankrabatts steigen die Benzinpreise an den Tankstellen erneut an. Der ADAC zieht aus den aktuellen Preisdaten den Schluss, dass die Senkung der Energiesteuer noch nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben wurde. Die Mineralölwirtschaft wehrt sich gegen diese Vorwürfe.
Die Spritpreise enttäuschen viele Autofahrer, die sich durch den Tankrabatt eine stärkere Entlastung erhofft hatten. Nach einem signifikanten Rückgang am ersten Tag der Steuersenkung zeigen die Zahlen des ADAC und des Bundeskartellamts, dass die Preise an den Zapfsäulen tendenziell wieder steigen.
Bereits am Sonntag lagen die Preise für Superbenzin und Diesel im bundesweiten Durchschnitt nur noch zwischen 10 und 11 Cent unter dem Niveau vom letzten Tag vor der Einführung des Rabatts. Dies ist deutlich weniger als die vorübergehende Steuersenkung von 16,7 Cent pro Liter. Der ADAC stellt fest, dass die Energiesteuersenkung von knapp 17 Cent „noch immer nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben wurde“.
Kraftstoffpreise im Überblick
Die Entwicklung der Kraftstoffpreise in den letzten fünf Tagen zeigt, dass die bundesweiten Durchschnittspreise für Superbenzin, Super E10 und Diesel regelmäßig aktualisiert werden. Am 30. April kostete Super E10 laut ADAC im bundesweiten Durchschnitt 2,126 Euro pro Liter, Diesel 2,215 Euro. Am Freitag fiel der Preis dann auf 1,989 Euro für Super E10 und 2,079 Euro für Diesel. Bis Sonntag stiegen die Preise jedoch wieder an, wobei Super E10 um 2,8 Cent auf 2,017 Euro und Diesel um 2,5 Cent auf 2,104 Euro zulegte.
Reaktionen auf die Preiserhöhungen
Eine Sprecherin des ADAC kritisierte, dass die Mineralölkonzerne die Preise erneut anheben, ohne dass dies durch einen Anstieg des Rohölpreises gerechtfertigt wäre. Der Verbraucherzentrale-Bundesverband äußerte, dass die Befürchtungen sich bewahrheiteten: „Der Tankrabatt kommt nicht vollständig bei Verbraucherinnen und Verbrauchern an. Statt einer Entlastung für Autofahrer droht erneut ein Konzernrabatt.“ SPD-Fraktionschef Matthias Miersch betonte, dass dies nicht akzeptabel sei und möglicherweise Anpassungen an den Maßnahmen erforderlich seien.
Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums stellte klar: „Es ist unsere klare Erwartung, dass die Mineralölkonzerne diese Steuersenkung weitergeben.“ Dies müsse nun genau beobachtet werden. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie hingegen interpretiert die Zahlen anders und behauptet, dass die Markentankstellen den Tankrabatt vollständig weitergeben. Ohne die Steuersenkung wären die Preise um rund 17 Cent je Liter höher.
Marktentwicklungen und Preisvariationen
Die Produktpreise für Benzin und Diesel am Weltmarkt sind in der vergangenen Woche stark gestiegen, was die Einkaufspreise beeinflusst hat. Der Tankrabatt soll die Kunden in dieser Situation vor noch höheren Preisen schützen. Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, betonte, dass die Steuersenkung dazu dienen soll, Verbraucher und die Wirtschaft in einer schwierigen Phase zu entlasten. Die Mineralölkonzerne seien lediglich Treuhänder dieser Entlastung, die den Kunden zugutekommen müsse.
Die Preise an den Tankstellen schwanken, was als übliches Marktphänomen angesehen wird. Der Tankstellenverband bft erklärte, dass der Rabatt zeitverzögert wirke, da der Steuernachlass nur auf ab dem 1. Mai an die Tankstellen gelieferten Sprit gilt. Eine sofortige und vollständige Weitergabe sei daher weder wirtschaftlich darstellbar noch regulatorisch vorgeschrieben. Laut bft wurde am 1. Mai „außergewöhnlich viel getankt“, was zu kurzfristigen Engpässen und leeren Tanks führte, jedoch meist nur für wenige Stunden.
April als teuerster Tankmonat
Es hat sich zudem bestätigt, dass der April der teuerste Tankmonat aller Zeiten war. Nach Berechnungen kostete ein Liter E10 im bundesweiten Durchschnitt 2,11 Euro, ein Liter Diesel 2,27 Euro. Inflationsbereinigt wären dies jedoch keine Rekordwerte.
Die Verbraucher stehen vor der Herausforderung, die Preisschwankungen an den Tankstellen genau zu beobachten. Der App-Vergleich ist derzeit wichtiger denn je, da die Preiskurven vieler Tankstellen und Marken stärker variieren als gewohnt. Die Einführung der 12-Uhr-Regel hat dazu geführt, dass die Preise um die Mittagszeit häufig um mehr als 10 Cent ansteigen, bevor sie am Nachmittag und am nächsten Morgen wieder sinken.
Für Autofahrer, die sich über aktuelle Rückrufe informieren möchten, ist es wichtig zu wissen, dass Mercedes Fahrzeuge wegen Antriebsfehlern zurückgerufen wurden.