Am Flughafen Köln/Bonn müssen sich die Passagiere auf erhebliche Einschränkungen einstellen, da ein neuer Streik der Lufthansa-Gruppe bevorsteht. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat die Piloten der Lufthansa sowie deren Tochtergesellschaften zu einem Ausstand aufgerufen, der von Montag, 00:01 Uhr, bis Dienstag, 23:59 Uhr, dauern soll.
Der Streik betrifft nicht nur die Piloten der Lufthansa, sondern auch die Mitglieder der Gewerkschaft bei Lufthansa Cargo, Lufthansa Cityline und Eurowings. Letztere Airline wird jedoch nur am Montag bestreikt.
Auswirkungen des Streiks auf den Flugverkehr
Die Auswirkungen des Streiks werden am zweitgrößten Flughafen in Nordrhein-Westfalen besonders spürbar sein. Während Lufthansa ab Köln lediglich die Verbindung nach München bedient, fliegt Eurowings zahlreiche nationale und internationale Ziele an.
Für Montag sind insgesamt 33 Abflüge und 34 Landungen von Eurowings geplant. Die genaue Anzahl der betroffenen Flüge ist derzeit noch unklar. Von der Lufthansa sind am Montag und Dienstag jeweils vier Flüge nach München sowie vier Rückflüge aus München vorgesehen. Passagiere werden gebeten, sich direkt bei ihren Airlines über den Status ihrer Flüge zu informieren.
Gewerkschaft fordert bessere Angebote
Andreas Pinheiro, Präsident der Vereinigung Cockpit, erklärte:
„Die Vereinigung Cockpit sieht sich zu diesem Schritt gezwungen, nachdem die Arbeitgeberseite in mehreren Tarifkonflikten keinen erkennbaren Willen zu einer Lösung zeigt.“
Trotz eines Verzichts auf Streikmaßnahmen über die Osterfeiertage seien keine ernsthaften Angebote von den Arbeitgebern eingegangen. Pinheiro fügte hinzu:
„In dieser Zeit gab es weder eine Reaktion noch erkennbare Gesprächsbereitschaft seitens der Arbeitgeber.“
Unzureichende Angebote bei Eurowings
Nach Angaben der Gewerkschaft gibt es weder bei Lufthansa noch bei Lufthansa Cargo ein akzeptables Angebot zur betrieblichen Altersversorgung. Auch bei Lufthansa Cityline fehlt ein tragfähiges Angebot für einen neuen Vergütungstarifvertrag. Bei Eurowings wird das vorgelegte Angebot zur betrieblichen Altersversorgung als inakzeptabel angesehen und bewegt sich auf einem derart niedrigen Niveau, dass es kaum als solches bezeichnet werden kann.
Reaktion der Lufthansa auf den Streikaufruf
Die Lufthansa hat den Streikaufruf mit Unverständnis zur Kenntnis genommen. Ein Unternehmenssprecher äußerte:
„Die heutige Streikankündigung der Spartengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) stellt eine völlig neue Stufe der Eskalation dar.“
Die Forderung nach einer Verdopplung der bereits überdurchschnittlichen betrieblichen Altersvorsorge sei absurd und nicht erfüllbar.
Gesprächsbereitschaft der Gewerkschaft
Die Vereinigung Cockpit betonte, dass sie weiterhin gesprächsbereit sei. Pinheiro erklärte:
„Die Arbeitgeberseite hat jederzeit die Möglichkeit, den Streik abzuwenden, indem sie verhandlungsfähige Angebote vorlegt.“
Ein Streik sei immer das letzte Mittel, um Bewegung in festgefahrene Verhandlungen zu bringen.
„Wir hätten sehr gerne darauf verzichtet – insbesondere vor dem Hintergrund der Belastungen für unsere Passagiere sowie für die Kolleginnen und Kollegen am Boden. Die Verantwortung hierfür liegt jedoch bei der Arbeitgeberseite,“
so Pinheiro weiter.
Flüge von Lufthansa und Lufthansa Cityline aus Deutschland zu bestimmten Zielen im Nahen Osten sind von dem Streik ausgeschlossen. Dazu zählen unter anderem Aserbaidschan, Ägypten, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Bei Eurowings sind alle Flüge betroffen, die im Streikzeitraum von deutschen Flughäfen abheben.
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