„Über 3000 neue Start-ups in sechs Monaten – so viel Gründungsdynamik gab es in Deutschland noch nie“, äußerte Verena Pausder, Vorstandschefin des Start-up-Verbands, zur aktuellen Gründungssituation in Deutschland. Im ersten Halbjahr 2026 wurden insgesamt 3.053 neue Unternehmen gegründet, was einem Anstieg von 52 Prozent im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2025 entspricht und mehr als der gesamten Gründungszahl des Jahres 2024 entspricht.
Gründungstrend und Künstliche Intelligenz
Die Studie des Startup-Verbands zeigt, dass Künstliche Intelligenz (KI) eine zentrale Rolle bei dieser Entwicklung spielt. Sie ermöglicht es Gründern, mit weniger Kapital schneller und einfacher zu starten. „KI senkt die Hürden fürs Gründen deutlich und immer mehr Menschen nutzen diese Chance“, so Pausder weiter.
Gründen als Lösung für wirtschaftliche Herausforderungen
Von den neu gegründeten Unternehmen haben 1.038, also mehr als ein Drittel, einen klaren Bezug zur Künstlichen Intelligenz. Der Software-Sektor bleibt mit 844 Gründungen die stärkste Branche. Der Aufwärtstrend, der Mitte 2025 begann, nimmt laut dem Verband weiter an Fahrt auf. Die gegenwärtige Wirtschaftskrise trägt ebenfalls zur Gründungswelle bei: „Für viele Talente wird die eigene Gründung zur attraktiven Alternative, während etablierte Unternehmen bei Neueinstellungen deutlich zurückhaltender geworden sind“, erläuterte Pausder.
Regionale Unterschiede und Städtevergleich
Die Zahl der neuen Start-ups wuchs in allen Bundesländern. Besonders hervorzuheben sind die Gründungen in Bayern mit 626 neuen Unternehmen (plus 48 Prozent), Nordrhein-Westfalen mit 539 (plus 45 Prozent) und Baden-Württemberg mit 377 (plus 55 Prozent). Hamburg hat sich als Gewinner im Städtevergleich herauskristallisiert: Dort wurden 212 neue Start-ups gegründet, was erstmals seit Jahren mehr als in München ist. Berlin bleibt mit 429 Gründungen die unangefochtene Nummer eins, verzeichnet jedoch ein moderates Wachstum von 21 Prozent.
Unicorns und Investitionsklima
In der Gründerlandschaft Deutschlands gibt es ebenfalls positive Entwicklungen: Seit Jahresbeginn sind sechs Start-ups mit Milliardenbewertung hinzugekommen, sodass Deutschland nun insgesamt 36 „Unicorns“ zählt. Dennoch bleibt der Abstand zu den USA, wo über 900 Start-ups mit Milliardenbewertung existieren, erheblich. Pausder betont, dass es in Europa an einem starken Kapitalmarkt fehle und fordert, steuerliche sowie regulatorische Hürden für Wagniskapital durch Anreize für Investoren zu ersetzen.
Quellen: mopo, Die Zeit, FAZ
Bildquelle: KI generiert