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Sonderangebote im Supermarkt: Der Rückgang von Rabatten in Zeiten der Inflation

Trotz steigender Lebensmittelpreise werden Sonderangebote in Supermärkten seltener. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass Händler zunehmend auf Profitabilität setzen und Rabatte verlagern, während Verbraucher verstärkt auf Preise achten.

Sonderangebote im Supermarkt: Der Rückgang von Rabatten in Zeiten der Inflation
Bildquelle: Joshua Rawson-Harris auf Unsplash

Die Preise für Lebensmittel sind gestiegen, was viele Verbraucher dazu veranlasst, verstärkt auf Preise und Sonderangebote zu achten. Doch gerade diese Angebote werden zunehmend seltener. Dies belegt eine Analyse des Vergleichsportals Marktguru in Zusammenarbeit mit Forschern der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn.

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Im Zeitraum von Januar bis März 2026 lag die Anzahl der Sonderangebote um 4 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Im Vergleich zum ersten Quartal 2024 beträgt der Rückgang sogar 16 Prozent. Die Grundlage dieser Analyse bilden digitale und gedruckte Werbeprospekte, während Angebote in Apps nicht in die Auswertung einflossen.

Gründe für den Rückgang der Sonderangebote

Experten führen diese Entwicklung vor allem auf die Strategien der Einzelhändler zurück. Viele Unternehmen legen zunehmend Wert auf ihre Profitabilität. Gleichzeitig sind die Kosten entlang der gesamten Lieferkette gestiegen. Zudem versuchen die Händler, ihre Abhängigkeit von Sonderaktionen zu reduzieren. Ein Teil der Rabatte wird zudem in Apps verlagert.

Insbesondere Supermärkte sind von dieser Entwicklung betroffen, da sie traditionell verstärkt auf Sonderangebote setzen, um sich von Discountern abzugrenzen.

Verbraucherverhalten im Wandel

Für viele Kunden kommt diese Entwicklung zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Laut einer repräsentativen Umfrage von YouGov achten 47 Prozent der Befragten inzwischen „viel mehr“ auf Preise und Sonderangebote. Weitere 33 Prozent geben an, zumindest „etwas mehr“ darauf zu achten, während nur 18 Prozent keine Veränderung in ihrem Einkaufsverhalten feststellen.

Auch für die Händler selbst haben Rabatte an Bedeutung gewonnen. Zwischen 2020 und 2024 stieg der Umsatzanteil durch Sonderaktionen bei Produkten des täglichen Bedarfs um 44 Prozent. Im Jahr 2024 entfiel nahezu ein Viertel der Erlöse auf solche Angebote – bei Markenprodukten sogar fast ein Drittel.

Preisanpassungen zwischen Discountern und Supermärkten

Insgesamt nähern sich die Preise von Discountern und Supermärkten immer mehr an. Dies hat verschiedene Ursachen. Discounter investieren verstärkt in Qualität und Markenprodukte, während Supermärkte versuchen, sich durch zusätzliche Serviceangebote wie Frischetheken, Gastronomie oder regionale Produkte abzugrenzen.

Ein wesentlicher Unterschied bleibt jedoch im Sortiment. Discounter führen deutlich weniger Artikel, was für einige Kunden von Vorteil sein kann, da eine reduzierte Auswahl die Kaufentscheidung erleichtert.

Marktanteile und Preisbewusstsein

Im Hinblick auf den Marktanteil liegen die Discounter mit etwa 38 Prozent im Handel mit Produkten des täglichen Bedarfs vorne, während Supermärkte wie Rewe und Edeka bei rund 28,5 Prozent liegen. Experten führen diese Entwicklung vor allem auf das gestiegene Preisbewusstsein der Verbraucher infolge der Inflation zurück.

Für die Verbraucher ergibt sich ein gemischtes Bild: Die Preisunterschiede zwischen den Anbietern sind kaum noch spürbar, während klassische Sonderangebote seltener werden.

Tipps für Verbraucher

  • Wer beim Einkaufen sparen möchte, sollte gezielt auf Aktionen achten, auch wenn diese rar geworden sind.
  • Rabatte bleiben laut Experten der wichtigste Hebel, um beim Einkauf Geld zu sparen, unabhängig davon, ob im Discounter oder im Supermarkt.
  • Vorsicht ist geboten: Ein Rabatt von x Prozent bedeutet nicht immer eine echte Ersparnis. Händler können mit Rabatten von zehn oder 20 Prozent werben, die in Wirklichkeit nur wenige Cent ausmachen.
  • Beispiel: Ein Produkt kostet ursprünglich 2,49 Euro. Bei einer Rabattaktion von 20 Prozent kostet es 1,99 Euro. Zwei Wochen später wird dasselbe Produkt für 1,79 Euro angeboten – ein Preisunterschied von nur 0,20 Euro.

Auch bei App-Rabatten sollten Verbraucher vorsichtig sein, da diese nicht immer eine echte Ersparnis im Vergleich zu regulären Aktionsangeboten darstellen. Angebote wie „Kauf 3, zahl 2“ oder „Kauf zwei Produkte und erhalte 20 Prozent Rabatt auf den zweiten Artikel“ können ebenfalls zur Verwirrung führen.

Bildquelle: Bildquelle: Joshua Rawson-Harris auf Unsplash

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