Veronika Rost: Die Nichtraucherin an der Spitze von Philip Morris
Veronika Rost, die Deutschlandchefin von Philip Morris, dem größten Tabakkonzern der Welt, ist eine konsequente Nichtraucherin. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Branche zu transformieren und einen Weg zu finden, das Geschäftsmodell Nikotin zukunftssicher zu gestalten, während sie gleichzeitig mit den Herausforderungen von Verantwortung, Gewinnmargen und Gesundheitsrisiken konfrontiert ist. In einem Interview äußerte sie sich zu ihrer Rolle und den Veränderungen in der Tabakindustrie.
Persönliche Vorlieben und berufliche Herausforderungen
Auf die Frage, ob sie andere Laster habe, antwortete Rost: „Ja, natürlich, wer hat die nicht? Ich gehe gerne mit Freunden in eine Bar für einen Drink, ab und zu ein Whisky, das ist ein kleines Laster.“ Sie betonte, dass sie nie geraucht habe und nicht einmal inhalieren könne. In Bezug auf ihre Position als Nichtraucherin in einem Tabakkonzern erklärte sie, dass der Ansatz von Philip Morris darin bestehe, vollständig von der Zigarette wegzukommen und schadstoffreduzierte Alternativen anzubieten. „Als Marktführer die Zigarette ins Museum zu schicken, das finde ich interessant“, so Rost.
Gesellschaftliche Verantwortung und Zukunft des Geschäftsmodells
Rost sieht sowohl gesellschaftliche Verantwortung als auch die Notwendigkeit, das Geschäftsmodell zukunftssicher zu machen. „Die Kombination ist spannend“, sagte sie und wies darauf hin, dass die neuen Produkte wie Tabakerhitzer stärker hinterfragt werden als herkömmliche Zigaretten. Philip Morris hat seit 2008 über 16 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung dieser Produkte investiert.
- Die schädlichste Art des Nikotinkonsums ist das Rauchen mit Tabak.
- Die Schadstoffe bei Tabakerhitzern oder E-Zigaretten sind im Vergleich zu Zigaretten um über 90 Prozent reduziert.
- Die Zahl der Jugendlichen, die Nikotinprodukte konsumieren, geht zurück.
Die Herausforderung der Aufklärung
Rost äußerte Bedenken hinsichtlich der Wahrnehmung von Alternativprodukten. „71 Prozent aller Raucher glauben fälschlicherweise, dass Alternativprodukte wie E-Zigaretten und Tabakerhitzer gleich oder sogar noch schädlicher seien als Tabak“, erklärte sie. Sie forderte eine klare Unterscheidung zwischen Werbung und Information, um erwachsene Raucher über die Alternativen aufzuklären.
Regulierung und Zukunftsvision
In Bezug auf die Regulierung der Tabakwerbung betonte Rost, dass sie nicht gegen die Reglementierung sei, sondern lediglich eine differenzierte Informationspolitik fordere. Sie verwies auf die Erfolge in anderen Ländern, wie Schweden, wo der Raucheranteil unter Erwachsenen bei 5 Prozent liegt. „Wir setzen uns bei Philip Morris aktiv für eine rauchfreie Zukunft ein und planen, unser weltweites Portfolio langfristig auf Produkte außerhalb des Tabak- und Nikotinsektors auszuweiten“, so Rost.
Ein Blick in die Zukunft
Auf die Frage, wann die letzte Zigarette in Deutschland verkauft wird, antwortete Rost, dass das Unternehmen bis 2030 zwei Drittel seines Geschäfts nicht mehr mit Zigaretten machen wolle. „Wir sagen allen: Nicht anfangen! Auch nicht mit Erhitzern! Aufhören! Nur wer nicht aufhört, soll lieber auf eine Alternative ausweichen“, erklärte sie.
Veronika Rost sieht sich in einer Branche, die sich im Wandel befindet, und ist überzeugt, dass es möglich ist, die Wahrnehmung von Nikotinprodukten zu verändern, um eine gesündere Zukunft zu gestalten.
Bildquelle: RenseNBM via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)