Die Traditionsmarke Nivea sieht sich mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Vincent Warnery, der CEO des Hamburger Hautpflegeunternehmens Beiersdorf, kündigte einen umfassenden „Turnaround-Plan“ an, um die Marke wieder auf Wachstumskurs zu bringen. „Der Abverkauf steht an erster Stelle“, betonte Warnery und deutete an, dass möglicherweise Preissenkungen in Betracht gezogen werden.
Wachstumsplan für Nivea
Der 18-monatige Plan soll Nivea helfen, sich in einem zunehmend umkämpften Markt zu behaupten. Warnery erklärte, dass Beiersdorf in der Vergangenheit stark auf Premium-Gesichtspflege fokussiert war, nun jedoch die Verkaufsstrategien für Nivea-Produkte über verschiedene Kategorien hinweg priorisieren möchte. Ein zentraler Bestandteil des Plans ist eine Erhöhung der Werbeausgaben um 100 Millionen Euro bis zum Jahresende, um die Sichtbarkeit der Marke zu steigern.
Marktanteilsverluste und Wettbewerb
In den letzten zwei Jahren hat Nivea, laut Warnery, Marktanteile verloren. Dies sei auf den intensiven Wettbewerb mit Indie-Marken wie Nø Cosmetics, Eigenmarken und südkoreanischen Anbietern zurückzuführen. Zudem hätten steigende Kosten und Preise dazu geführt, dass Verbraucher zunehmend auf günstigere Alternativen umschwenkten. Dennoch konnte Nivea in bestimmten Bereichen, wie dem Deodorant-Markt in Deutschland und in Schwellenländern, wieder Marktanteile gewinnen.
Gesenkter Ausblick für das Geschäftsjahr
Beiersdorf hat am Montag eine Senkung der Jahresprognose bekannt gegeben. Ursprünglich wurde ein stagnierender oder leicht wachsender Umsatz erwartet, nun rechnet das Unternehmen mit einem leichten Rückgang. Diese Informationen wurden vorzeitig in einer Ad-hoc-Mitteilung veröffentlicht, da börsennotierte Unternehmen verpflichtet sind, unverzüglich über Insiderinformationen zu informieren, die den Aktienkurs beeinflussen könnten.
Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr
Im ersten Halbjahr verzeichnete Beiersdorf einen bereinigten Umsatzrückgang von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was einem Umsatz von nahezu 5 Milliarden Euro entspricht. Davon entfielen 2,7 Milliarden Euro auf Nivea, dessen Umsatz bereinigt um 6,8 Prozent schrumpfte. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern fiel von 836 Millionen Euro auf 768 Millionen Euro, während nach Steuern 558 Millionen Euro verblieben.
Quellen: mopo, Handelsblatt, manager magazin
Bildquelle: KI generiert