Ausblick: Die Kreuzfahrtindustrie verzeichnet weiterhin ein starkes Wachstum, doch das aktuelle Umweltranking des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) zeigt, dass die Branche noch einen langen Weg zur Erreichung der Klimaneutralität vor sich hat. Welche Reedereien schneiden im Ranking am besten ab und wo gibt es noch erheblichen Handlungsbedarf?
Aktueller Stand der Kreuzfahrtbranche
Die Beliebtheit von Hochseekreuzfahrten bleibt ungebrochen, jedoch bleibt die Umweltbilanz der Reedereien alarmierend. Laut dem NABU-Umweltranking hat sich im vergangenen Jahr wenig verändert. Zwar investiert die Branche in die Verbesserung der Energieeffizienz und in Landstromanschlüsse, jedoch bleibt der entscheidende Schritt zur Dekarbonisierung, der Wechsel zu klimaneutralen Kraftstoffen und der Verzicht auf Schweröl, weitgehend aus.
„Da sei leider sehr wenig passiert“, sagte Raija Koch, die NABU-Schiffahrtsexpertin.
Hintergrund des Umweltrankings
Im Zentrum der Bewertung standen Faktoren wie der Verzicht auf Schweröl als Treibstoff, die Nutzung von Landstrom und Stickoxidkatalysatoren sowie Maßnahmen zur Verbesserung von Klima und Effizienz. Auch Aspekte wie Klimaziele, Luftreinhaltung und Neubauten von Kreuzfahrtschiffen wurden berücksichtigt. Die Ergebnisse basieren auf den freiwilligen Angaben von 15 befragten Reedereien. Die norwegischen Anbieter Havila und Hurtigruten belegen erneut die vorderen Plätze im Ranking, während britische Anbieter wie Marella am Ende der Liste stehen.
Risiken und Herausforderungen
„Wir sind noch auf einem sehr, sehr weiten Weg, bis man sagen kann, Kreuzfahrt funktioniert klimaneutral und umweltfreundlich“, betonte Sönke Diesener, NABU-Schifffahrtsexperte. Der Hauptgrund dafür sind die fossilen Treibstoffe, insbesondere das schmutzige Schweröl, das nach wie vor von der Hälfte aller großen Kreuzfahrtschiffe verwendet wird.
„Kein einziges Kreuzfahrtschiff verfügt zudem über Rußpartikelfilter“, fügte Koch hinzu.
Laut Ranking verzichten nur die Reedereien Havila, Hurtigruten, Ponant und HX Expeditions gänzlich auf Schweröl.
Hamburgs Rolle in der Kreuzfahrtindustrie
Malte Siegert, Vorsitzender des NABU Hamburg, stellte fest, dass die Stadt mit ihrer Landstrompflicht ab 2027 für technisch entsprechend ausgerüstete Kreuzfahrtschiffe europäischen Regelungen um mehrere Jahre vorausgreife. Dennoch kritisierte er, dass Kreuzfahrtschiffe ohne Landstromanschluss weiterhin ihre Hilfsmotoren am Kai betreiben dürfen. Er fordert ein Anlaufverbot für solche Schiffe.
Fortschritte im Umweltschutz
Der NABU beschäftigt sich seit 2011 intensiv mit den Umwelt- und Klimafolgen von Kreuzfahrtreisen. In den letzten Jahren gab es einige Fortschritte.
„Nach ersten Pilotprojekten in den vergangenen Jahren baut Aida Cruises den Einsatz biobasierter Kraftstoffe weiter aus“, erklärte Dirk Inger, Leiter der Abteilung für politische Interessenvertretung bei Aida Cruises.
Zudem wird der Einsatz von E-Fuels vorbereitet, obwohl Herausforderungen wie Verfügbarkeit in den Häfen und internationale Rahmenbedingungen bestehen.
Wachsende Passagierzahlen
Die Anzahl der Kreuzfahrtpassagiere steigt weiter an. Im vergangenen Jahr zählte der Branchenverband Clia weltweit 37,2 Millionen Urlauber, was einem Anstieg von 7,5 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht. Deutschland gilt nach den USA als der zweitwichtigste Kreuzfahrtmarkt weltweit.
Kommentar zur aktuellen Situation
Kreuzfahrtschiffe werden oft schneller verurteilt, als die Fakten es hergeben. Ja, jede Reise verursacht Emissionen – aber die Kreuzfahrtbranche investiert seit Jahren in Landstrom, effizientere Technologien und alternative Kraftstoffe. Gleichzeitig wird bei anderen Urlaubsformen oft nicht der gesamte CO₂-Fußabdruck betrachtet. Wir wünschen uns deshalb eine faire, faktenbasierte Diskussion statt pauschaler Vorurteile.
Kreuzfahrtanbieter im Umwelttest: Wer schneidet am besten ab?
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Quellen: mopo
Bildquelle: KI generiert
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.