Ein Bombardier CRJ-900-Flugzeug von Lufthansa City Line
Frankfurt/Main
16.04.2026 / 18:49
Nur einen Tag nach der festlichen Feier zum 100-jährigen Bestehen reduziert die Lufthansa ihre Flotte erheblich. Besonders betroffen sind die Airlines, die derzeit von Streiks der Gewerkschaften betroffen sind – eine Fluggesellschaft steht sogar vor der Schließung.
In Reaktion auf die stark gestiegenen Kerosinpreise hat die Lufthansa damit begonnen, erste Flugzeuge außer Betrieb zu nehmen. Laut einer offiziellen Mitteilung sind vor allem die Fluggesellschaften Lufthansa und Lufthansa Cityline betroffen, die in dieser Woche stark von Streiks des fliegenden Personals in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Schrittweise Stilllegung von Flugzeugen
Als ersten Schritt plant der Konzern, bereits ab diesem Samstag die 27 älteren Jets der Cityline vom Typ Canadair CRJ am Boden zu lassen. Die Tochtergesellschaft soll vollständig geschlossen werden. Diese Flugzeuge stehen kurz vor dem Ende ihrer technischen Einsatzfähigkeit und verursachen vergleichsweise hohe Betriebskosten, teilte Lufthansa mit. Durch diese Maßnahme sollen die Verluste der defizitären Airline verringert werden.
Ende Oktober sollen zudem sechs Langstreckenjets der Lufthansa-Kernmarke folgen. Neben vier Airbus A340-600 werden auch zwei Boeing 747-400 über den kommenden Winter stillgelegt. Der endgültige Abschied von diesem Flugzeugtyp ist für das nächste Jahr geplant. Darüber hinaus sollen bei Lufthansa etwa fünf Mittelstreckenflugzeuge aus der Flotte entfernt werden.
Gründe für die Einschnitte
Die Lufthansa begründet die drastischen Maßnahmen mit den stark gestiegenen Kerosinpreisen sowie den Kosten, die durch die laufenden Arbeitskämpfe entstehen. Es werden insbesondere ineffiziente Flugzeuge vorzeitig aus dem Betrieb genommen, um den Kerosinkauf auf dem freien Markt zu reduzieren. Der Kerosinverbrauch der Passagier-Airlines der Lufthansa Group ist auf Basis des Rohölpreises mit rund 80 Prozent überdurchschnittlich hoch abgesichert.
Finanzvorstand Till Streichert bezeichnete die Maßnahmen als unvermeidlich. Geplante Einschnitte würden nun vorgezogen. „Die aktuelle Krise zwingt uns, diese Maßnahme nun früher umzusetzen“,
so Streichert.
Bei der Cityline seien allen Beschäftigungsgruppen bereits Anschlussbeschäftigungen angeboten worden. Die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und Ufo hatten die Bedingungen für das fliegende Personal als unzureichend bewertet. Lufthansa plant nun Gespräche mit den Betriebspartnern der Cityline, um einen Interessenausgleich und einen Sozialplan zu erarbeiten.
Weitere Entwicklungen
Ein Bericht eines Wirtschaftsmagazins legt nahe, dass alle betroffenen Piloten „widerruflich – bis auf wenige Ausnahmen – freigestellt“ worden seien. Nach Angaben der Lufthansa seien jedoch allen Beschäftigungsgruppen bereits Anschlussverträge angeboten worden.
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Bildquelle: Bildquelle: Sorin Basangeac auf Unsplash