Die Pew Charitable Trusts haben die Ratifizierung des internationalen Vertrags zur Verbesserung der Sicherheit auf See als bedeutenden Fortschritt gewürdigt.
Am 25. Februar 2026 wurde bekannt gegeben, dass das Kapstadt-Übereinkommen der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) von zahlreichen wichtigen Fischereinationen, darunter Argentinien, das dem Vertrag an diesem Tag beigetreten ist, ausreichend unterstützt wird, um im kommenden Jahr in Kraft zu treten. Dieser verbindliche internationale Vertrag zielt darauf ab, die Standards für Fischereifahrzeuge zu erhöhen, um die Sicherheit von Besatzungen und Beobachtern zu gewährleisten und ist ein entscheidender Schritt im Kampf gegen illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei (IUU).
Schutz von Fischern und Bekämpfung illegaler Fischerei
Das Abkommen wird dazu beitragen, das Leben von Fischern zu schützen, indem es Normen für den Bau von Fischereifahrzeugen sowie für deren Seetüchtigkeit, Decks, Heizung, Notfallverfahren und andere Sicherheits- und Lebensrettungsmaßnahmen festlegt. Vor diesem wegweisenden Vertrag existierten nur wenige globale Standards oder rechtliche Verpflichtungen zum Schutz von Fischern auf See. Laut Untersuchungen der FISH Safety Foundation, die von Pew in Auftrag gegeben wurden, verlieren jährlich über 100.000 Menschen im Fischereisektor ihr Leben. Die Fokussierung des CTA auf Sicherheitsstandards könnte dazu beitragen, viele dieser Todesfälle zu verhindern.
Die Erhöhung der Sicherheitsstandards für Fischereifahrzeuge wird auch die Bemühungen zur Bekämpfung der IUU-Fischerei unterstützen. Betreiber, die illegal fischen, sparen häufig bei der Instandhaltung ihrer Schiffe, was die Sicherheit der Arbeiter in einem der gefährlichsten Berufe der Welt gefährdet. Eine verbesserte Governance und standardisierte Sicherheitskontrollen werden die Möglichkeiten zur Aufdeckung und Verhinderung von IUU-Fischerei erhöhen.
Details zum Kapstadt-Abkommen
Das 2012 von der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) verabschiedete Kapstadt-Übereinkommen, das in erster Linie für neue Schiffe mit einer Länge von 24 Metern oder mehr gilt, wird im nächsten Jahr in Kraft treten, nachdem 28 Staaten (mehr als die erforderlichen 22) es ratifiziert haben. Um in Kraft zu treten, musste das Abkommen zudem mindestens 3.600 Schiffe umfassen, was mit der jüngsten Ratifizierungsrunde ebenfalls erreicht wurde.
Das CTA ergänzt zwei bereits bestehende internationale Abkommen, die es skrupellosen Akteuren erschweren, Lücken in den Fischereivorschriften auszunutzen. Dazu zählen das Übereinkommen über Hafenstaatmaßnahmen (PSMA) der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen sowie das Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation über die Arbeit in der Fischerei, das verbindliche Sicherheits- und Arbeitsstandards auf See festlegt.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Die Dynamik für eine stärkere Governance der Ozeane hat sich in den letzten Jahren verstärkt. Seit 2022 wurden vier bedeutende internationale Abkommen verabschiedet oder sind in Kraft getreten, darunter das Übereinkommen über die biologische Vielfalt Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework im Jahr 2022, das Übereinkommen der Welthandelsorganisation über Fischereisubventionen im Jahr 2025, das Hochseeabkommen sowie das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt der Meere in Gebieten jenseits nationaler Gerichtsbarkeit im Januar 2026 und nun das CTA. Diese Abkommen markieren einen entscheidenden Wendepunkt in den Bemühungen, die langfristige Gesundheit der Meeresökosysteme und der Menschen, die von ihnen abhängen, zu sichern.
Peter Horn, der bei den Pew Charitable Trusts die Initiativen zur Bekämpfung der illegalen Fischerei leitet, äußerte sich zu den Fortschritten: „Mit der Aktivierung des Kapstadt-Abkommens haben die Regierungen einen bedeutenden Schritt unternommen, um die Sicherheit der Fischer auf See zu verbessern und die Bemühungen zur Bekämpfung der illegalen, nicht gemeldeten und unregulierten Fischerei zu intensivieren. Bislang hatten Fischer nicht den gleichen Sicherheitschutz wie andere Seeleute. Angesichts von mehr als 100.000 Todesfällen jährlich in der globalen Fischerei sind Schutzmaßnahmen von entscheidender Bedeutung. Wenn dieser Vertrag im nächsten Jahr in Kraft tritt, wird er die Lebensbedingungen in der Fischerei erheblich verbessern und die Zahl der Todesfälle verringern. Das Abkommen von Kapstadt ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiger Meeresverwaltung, doch die Umsetzung bleibt entscheidend. Die Staaten müssen nun ihren Teil dazu beitragen, um nicht nur die globale Fischerei und die Fischer selbst, sondern das gesamte Ökosystem der Ozeane zu schützen.“
Die Pew Charitable Trusts wurden 1948 gegründet und setzen sich mit datenbasierten Ansätzen für positive Veränderungen ein. Pew begegnet den Herausforderungen einer sich wandelnden Welt, indem es relevante Themen anspricht, gemeinsame Grundlagen schafft und ehrgeizige Projekte vorantreibt, die zu greifbaren Fortschritten führen.
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