NEW YORK – Der Euro hat am Freitag in einem Umfeld, das von einer steigenden Risikobereitschaft geprägt ist, die Marke von 1,18 US-Dollar überschritten. Im New Yorker Handel wurde die Gemeinschaftswährung zuletzt mit 1,1819 US-Dollar gehandelt. Zuvor hatte der Euro in der ersten Tageshälfte meist unter dieser Marke gelegen und erreichte mit 1,1766 Dollar den tiefsten Stand seit zwei Wochen.
Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1794 (Donnerstag: 1,1798) US-Dollar fest, was bedeutet, dass der Dollar 0,8478 (0,8476) Euro kostete.
Am Nachmittag erlebte der Euro einen Aufschwung, als an den US-Aktienmärkten sowie im Bereich der Kryptowährungen eine Erholung einsetzte. Die wieder ansteigende Risikobereitschaft, die den US-Leitindex Dow Jones Industrial erstmals über die 50.000-Punkte-Marke trieb, führte zu einem gesunkenen Interesse am US-Dollar als sicherem Hafen. In den vergangenen Tagen waren vermehrt Sorgen um den Megatrend Künstliche Intelligenz aufgekommen.
Schwache Industriedaten aus Deutschland hatten jedoch keinen nachhaltigen Einfluss auf den Euro. In der größten Volkswirtschaft des Währungsraums war die Produktion im Dezember überraschend stark gesunken, nachdem sie zuvor drei Monate in Folge gestiegen war. Ökonomen verwiesen jedoch auf den zuletzt kräftigen Auftragseingang in den Industriebetrieben und erwarten eine Fortsetzung der Erholung nach der langen Krise. Zudem waren die Daten zum deutschen Außenhandel im Dezember unerwartet stark ausgefallen.
Auch die Wirtschaftsdaten aus den USA standen im Fokus. Laut einer ersten Schätzung ist das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima im Februar stärker als erwartet gestiegen. Die Beurteilung der aktuellen Lage durch die Verbraucher hat sich verbessert, während die Erwartungen leicht nachgaben. Mit Spannung wird nun auf die kommenden Job- und Preisdaten geblickt, die in der nächsten Woche auf der Agenda stehen. Bringt Indien-Deal die Wende?