Kritik am Verzicht auf Zuckersteuer durch den Marburger Bund
Der Ärzteverband Marburger Bund hat die Entscheidung des CDU-Bundesparteitags, einen Antrag auf Einführung einer Zuckersteuer abzulehnen, als verpasste Gelegenheit zur effektiven Prävention kritisiert. Die erste Vorsitzende, Susanne Johna, äußerte am Samstag, dass es nicht ausreiche, den hohen Konsum von zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken lediglich als Problem zu erkennen und sich auf Appelle zur Eigenverantwortung zu beschränken. Die Delegierten des Parteitags hatten zuvor den umstrittenen Antrag abgelehnt, der eine Steuer auf süße Getränke wie Limonade vorsah. Diese Entscheidung könnte auch Auswirkungen auf die Diskussion um ein Social-Media-Verbot für Jugendliche haben.
Handlungsbedarf bei Übergewicht von Kindern
Johna betonte, dass akuter Handlungsbedarf bestehe, da etwa ein Viertel der Kinder und Jugendlichen übergewichtig sei. Eine moderat gestaltete Steuer, die sich am Zuckergehalt orientiert, wäre kein Verbot, sondern ein marktwirtschaftliches Instrument zur Verhältnisprävention. Sie würde Anreize zur Reformulierung von Produkten schaffen und nachweislich den Zuckergehalt senken, so Johna weiter. Dies steht im Einklang mit den Forderungen, die auch in der Politik immer wieder laut werden.
Internationale Beispiele und Forderungen
Sie forderte, dass das, was in vielen europäischen Ländern bereits Realität sei, auch in Deutschland umgesetzt werden sollte. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben weltweit über 110 Staaten eine Zuckersteuer eingeführt.
Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Daniel Günther (CDU), hatte am Samstag vor den Delegierten vergeblich für die Annahme des Antrags seines Landesverbandes plädiert. Er wies darauf hin, dass ein Viertel der Kinder übergewichtig sei und betonte die Notwendigkeit einer Steuer mit Lenkungswirkung, um den erheblichen Gesundheitsproblemen entgegenzuwirken.
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Bildquelle: Olaf Kosinsky via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)