Die geplante Einführung einer Attestpflicht für Krankschreibungen ab dem ersten Krankheitstag sorgt für kontroverse Diskussionen innerhalb der Bundesregierung. Während die Koalition auf Einigkeit setzt, äußert Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas Bedenken hinsichtlich der Sinnhaftigkeit dieser Regelung.
Politische Stabilität ist zweifellos wichtig, besonders in Zeiten bevorstehender Landtagswahlen. Umso mehr drängt sich die Frage auf, ob es nicht sinnvoller wäre, in diesem Fall den Koalitionsfrieden zu stören und die Einführung der Attestpflicht zu überdenken. Die Demoskopie zeigt, dass Wählerinnen und Wähler Streitigkeiten in der Politik nicht schätzen, doch könnte es in diesem Fall notwendig sein, eine klare Position zu beziehen.
Die Problematik der Attestpflicht
Die geplante Regelung wird von vielen als praxisfern und ineffektiv angesehen.
„Diese Attestpflicht wird absehbar keinen Deut weniger an Fehlzeiten erbringen und sie wird das Arbeitsvolumen nicht erhöhen“,
so die Einschätzung von Bärbel Bas. Die Ministerin sieht die Notwendigkeit, zahlreiche Ausnahmeregelungen zu schaffen, um die Umsetzung der Regelung praktikabel zu gestalten.
Folgen für das Gesundheitswesen
Die Einführung einer solchen Regelung könnte die Arbeitsbelastung in Hausarztpraxen erheblich erhöhen. Zudem könnte die Debatte über kranke und weniger kranke Mitarbeiter die Aufmerksamkeit von wichtigeren Themen im Sozialstaat und Gesundheitswesen ablenken.
„Es wäre besser, wenn die Bundesarbeitsministerin einen Weg fände, diese unsinnige Verständigung zu stoppen“,
wird gefordert.
Ein Umdenken ist notwendig
Es stellt sich die Frage, ob es nicht an der Zeit ist, eine Politik zu verfolgen, die auch einmal eine schlechte Idee fallenlässt. Ein „französischer Abschied“ für solche Regelungen könnte der Bundesregierung helfen, sich auf wichtigere Themen zu konzentrieren und den Bürgerinnen und Bürgern zu zeigen, dass sie bereit ist, Fehler einzugestehen.
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Quellen: deutschlandfunk, tagesschau, BR
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