Die zentrale Streitfrage dreht sich um die Notwendigkeit einer Pflicht zur Kartenzahlung in Geschäften. Angesichts der zunehmenden Digitalisierung des Zahlungsverkehrs stellt sich die Frage, ob Bargeldzahlungen bald der Vergangenheit angehören werden.
In den letzten Jahren hat sich das Zahlungsverhalten der Menschen erheblich gewandelt. An einem Geldautomaten wird man mittlerweile mit der Botschaft „Ich bin in Rente“ konfrontiert, was die Abkehr vom Bargeld verdeutlicht. Immer weniger Menschen tragen Münzen bei sich, während Karten und Smartphones zunehmend die bevorzugten Zahlungsmittel sind.
Die Corona-Pandemie hat diesen Trend weiter beschleunigt. Die einst verbreitete Meinung, dass „nur Bargeld lacht“, wurde durch Hygieneüberlegungen in den Hintergrund gedrängt. Heute ist das kontaktlose Bezahlen mit Karte oder Smartphone für viele zur Norm geworden.
Wachsende Zahlen und Trends
Die Zahlen belegen den Wandel: Laut dem EHI-Handelsforschungsinstitut in Köln wurden im vergangenen Jahr fast die Hälfte aller Bezahlvorgänge elektronisch abgewickelt. Bei den Umsätzen lag der Anteil sogar bei über 65 Prozent, mit einer weiterhin steigenden Tendenz. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob eine gesetzliche Pflicht zur Kartenzahlung wirklich erforderlich ist.
Marktregulierung und Händlerinteressen
Es ist zwar unangenehm, wenn man ohne Bargeld dasteht und am Kiosk keinen Kaffee kaufen kann, weil nur Barzahlung akzeptiert wird. Doch der Markt regelt dies von selbst. Die Kosten für Händler, die elektronische Zahlungsmethoden anbieten, sinken kontinuierlich. Systeme mit pauschalen Umsatzprovisionen von etwas über einem Prozent machen es auch für kleine Geschäfte attraktiv, Kartenzahlungen zu akzeptieren.
Die Forderung nach einer Pflicht zur Kartenzahlung ist daher nicht notwendig. Vielmehr sollte eine universelle Pflicht zur Akzeptanz von Bargeld im Direktverkauf eingeführt werden. Dies ist besonders wichtig, um ältere Menschen nicht dem Druck der Digitalisierung auszusetzen und um das Recht auf Anonymität zu wahren. Bargeld bleibt ein unverzichtbares Zahlungsmittel, auch an der Ladenkasse.
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Quellen: deutschlandfunk, tagesschau, Focus
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