Der Prozess gegen Marius Borg Høiby, den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen, beginnt am Dienstag und stellt einen der größten Skandale in der jüngeren Geschichte der norwegischen Königsfamilie dar. Die Vorwürfe gegen Høiby sind gravierend und umfassen Gewalt, Drogen und schwere Sexualdelikte, die seit dem Sommer 2024 in den Medien thematisiert werden.
Wer ist Marius Borg Høiby?
Marius Borg Høiby, 29 Jahre alt, ist der älteste Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52). Er stammt aus einer früheren Beziehung der Kronprinzessin, die laut norwegischen Medien als flüchtig beschrieben wird. Mette-Marit zog ihren Sohn zunächst allein auf, bis sie den norwegischen Thronfolger Haakon (52) traf. Bei der Hochzeit des Paares wurde Marius liebevoll als „Lille Marius“ bezeichnet und wuchs anschließend mit seinen Halbgeschwistern, Prinzessin Ingrid Alexandra (22) und Prinz Sverre Magnus (20), auf.
Obwohl Høiby zur Königsfamilie gehört, ist er kein Mitglied des norwegischen Königshauses und hat daher keine offiziellen Aufgaben. 2017 begann er ein BWL-Studium in den USA, brach dieses jedoch schnell ab. In der Folge war er unter anderem Praktikant bei einem Modedesigner, Verkäufer in einem Unternehmen für eine Party-App und arbeitete als Motorradmechaniker.
Die Vorwürfe gegen Høiby
Die Anklage gegen Høiby umfasst 38 Punkte, darunter Vergewaltigung, Misshandlung in engen Beziehungen, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Verstöße gegen Besuchsverbote. Die ersten Vorwürfe wurden 2024 laut, und die Anzahl der Anklagepunkte ist seither stetig gestiegen. Zuletzt kamen vor einigen Wochen sechs weitere Anklagepunkte hinzu, die unter anderem den Besitz und Transport von 3,5 Kilogramm Marihuana sowie Geschwindigkeitsüberschreitungen beim Motorradfahren betreffen.
Im Verlauf der Ermittlungen wurde Høiby mehrfach festgenommen und verbrachte zeitweise in Untersuchungshaft, nachdem neue Vorwürfe zu mutmaßlichen Sexualdelikten bekannt wurden. Im Sommer 2025 wurde schließlich Anklage gegen ihn erhoben.
Høibys Stellungnahme zu den Vorwürfen
Bereits im Sommer 2024 gab Høiby zu, unter dem Einfluss von Alkohol und Kokain gegenüber seiner damaligen Freundin gewalttätig geworden zu sein und Schäden in ihrer Wohnung verursacht zu haben. In einer Stellungnahme äußerte er, dass er unter psychischen Problemen leide und seit längerer Zeit mit Drogenmissbrauch kämpfe. Die schwerwiegenden Vorwürfe, insbesondere die Sexualdelikte, bestreitet er jedoch vehement. Die Ermittler sind sich jedoch sicher, dass er sich einer Vielzahl von Straftaten schuldig gemacht hat, darunter mehrere Sexualstraftaten gemäß dem norwegischen Vergewaltigungsparagrafen.
Ablauf des Prozesses und mögliche Konsequenzen
Der Prozess wird voraussichtlich bis Mitte März dauern. Am ersten Tag wird die Anklageschrift verlesen und die Plädoyers werden gehalten, während Høiby am zweiten Prozesstag zu den Vorwürfen Stellung nehmen wird. Mehrere mutmaßliche Opfer und Zeuginnen, darunter Ex-Freundinnen des Angeklagten, werden ebenfalls aussagen. Die Berichterstattung über die Frauen unterliegt strengen Vorgaben, und viele Aussagen finden hinter verschlossenen Türen statt. Das Medieninteresse ist enorm.
Im Falle einer Verurteilung könnte Høiby mit einer Haftstrafe rechnen. Allein die vorgeworfenen Sexualdelikte könnten nach norwegischem Recht mehrere Jahre Gefängnis nach sich ziehen.
Reaktionen des Königshauses
Kronprinzessin Mette-Marit äußerte sich erst Ende 2024 öffentlich zu den Vorwürfen gegen ihren Sohn, was für viel Empörung sorgte. Im norwegischen Fernsehen erklärte sie, dass die Ermittlungen die Familie stark belastet hätten: „Es war wirklich, wirklich hart für uns.“ König Harald V. und das Kronprinzenpaar sprachen ihr Mitgefühl für alle Betroffenen aus. Kronprinz Haakon betonte, dass Høiby zwar kein Mitglied des Königshauses sei, jedoch „ein wichtiger Teil unserer Familie“. Das Kronprinzenpaar wird den Prozess zwar verfolgen, jedoch nicht im Gericht anwesend sein. Mette-Marit hat eine private Reise geplant, während Haakon aufgrund eines vollen Terminkalenders nicht teilnehmen kann. Auch eine Stellungnahme zur Verhandlung wird er nicht abgeben.
Öffentliche Meinung in Norwegen
Der Skandal um Marius Borg Høiby ist seit eineinhalb Jahren ein zentrales Gesprächsthema in Norwegen. Viele Bürger sind schockiert und fragen sich, wie jemand, der in privilegierten Verhältnissen aufgewachsen ist, so tief fallen kann. Mette-Marit wurde zunächst stark kritisiert, doch viele empfinden auch Mitleid mit der schwer kranken Kronprinzessin und dem Königshaus, dem die Mehrheit der Norweger treu bleibt. Aktuelle Umfragen zeigen, dass die Monarchie in der Bevölkerung wieder stark unterstützt wird.
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