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Meeresbiologe Thilo Maack: „Buckelwal Timmy leidet ganz extrem“ | Regional

Buckelwal Timmy kämpft ums Überleben und leidet stark. Meeresbiologe Thilo Maack erklärt die verzweifelte Lage des Tieres und die Herausforderungen, die mit einer möglichen Euthanasie verbunden sind.

Meeresbiologe Thilo Maack: „Buckelwal Timmy leidet ganz extrem“ | Regional
Dietmar Rabich via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) – Die Situation für den Buckelwal Timmy, der seit dem 3. März in der Ostsee umherirrt, hat sich dramatisch verschlechtert. Experten sind sich einig, dass der Wal vor der Insel Poel nicht überleben wird. Das betroffene Gebiet wurde abgesperrt, um dem Tier eine ruhige Umgebung zu bieten. Timmy ist mittlerweile zu schwach und leidet an schweren gesundheitlichen Problemen.

Im Gespräch mit einem Meeresbiologen von Greenpeace, Thilo Maack, wird deutlich, wie ernst die Lage ist.

„Es kann einige Tage, aber auch viel länger dauern“, sagte Maack über den möglichen Verlauf von Timmys Leiden.

Als Timmy an der deutschen Küste auftauchte, war sein Körper von einem Stellnetz umschlungen, und auch in seinem Maul steckten Schnüre fest. Trotz dieser Umstände sei der Wal noch in einem relativ guten Ernährungszustand, was jedoch sein Sterben verlängern könnte.

Schmerzen und Leiden des Buckelwals

Bereits frühzeitig berichtete das Deutsche Meeresmuseum Stralsund von erheblichem Stress bei dem Tier. Berichte von Journalisten beschreiben eine schlechte Hautbeschaffenheit, Schwäche und stark reduzierte Reaktionen. Fachleute weisen darauf hin, dass Strandungen zu Druck auf Organe, Kreislauf- und Atemproblemen, Hitzestress sowie schweren inneren Schäden führen können.

„Der Wal empfindet Schmerz“, erklärte Maack weiter. „Ich würde allerdings davon absehen, das in einer Art und Weise zu vermenschlichen. Um ehrlich zu sein: Das Tier leidet ganz extrem. Ja, es geht ihm überhaupt nicht gut. Aber wir müssen im Hinterkopf behalten, dass es ein Wildtier ist.“

Optionen zur Euthanasie

Obwohl Euthanasie bei Meeressäugern theoretisch möglich ist, schließen viele Experten in diesem speziellen Fall eine solche Maßnahme aus. Die Risiken, den Wal noch stärker leiden zu lassen, seien zu hoch.

„Wir haben auch wiederum mit Experten der Tierärztin diskutiert, ob Euthanasie infrage kommt, und das wird kategorisch ausgeschlossen“, so Maack.

Die Tötung großer Wale im Meer sei technisch äußerst schwierig, gefährlich und nicht immer schnell oder schonend.

Nach dem Tod des Wals

Nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus soll der tote Wal nach Stralsund ins Meeresmuseum gebracht werden, um die Todesursache wissenschaftlich zu untersuchen. Backhaus betonte, dass es nicht darum gehe, ein weiteres Walskelett auszustellen, sondern um eine gründliche Untersuchung.

„Der übliche Vorgang ist vom Deutschen Meereskundemuseum koordiniert. Und sicher ist, dass der Wal da nicht liegen bleiben wird“, erklärte Maack.

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Bildquelle: Dietmar Rabich via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

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