Nach dem Rekordjahr 2024 stehen erneut extreme Temperaturen bevor: Klimaforscher warnen, dass das Wetterphänomen La Niña in diesem Jahr die Hitze verstärken könnte. Experten sehen ein erhöhtes Risiko für neue Temperaturrekorde.
Wetterumschwung im Pazifik
Klimawissenschaftler beobachten im tropischen Pazifik eine signifikante Abkühlung der Meeresoberfläche. Dieses Muster deutet auf die Entstehung des Klimaphänomens La Niña hin. La Niña stellt das Gegenstück zu El Niño dar und hat Einfluss auf Temperatur- und Niederschlagsmuster weltweit.
Während El Niño in der Regel zu besonders hohen globalen Durchschnittstemperaturen führt, hat La Niña statistisch gesehen eine eher kühlende Wirkung. Dennoch warnen Fachleute davor, daraus eine Entwarnung abzuleiten.
Rekordhitze trotz Abkühlungsphase möglich
Nach Angaben internationaler Klimaforscher könnte selbst in einem La-Niña-Jahr die Gefahr neuer Hitzerekorde bestehen. Der Grund dafür ist die fortschreitende Erderwärmung durch Treibhausgase. Die globale Durchschnittstemperatur hat mittlerweile ein Niveau erreicht, bei dem natürliche Schwankungen wie La Niña die Hitze nur begrenzt mindern können.
Bereits 2024 wurde von mehreren Klimadiensten das wärmste Jahr seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen festgestellt. Selbst wenn La Niña eine leicht kühlende Wirkung hat, bleibt das Temperaturniveau außergewöhnlich hoch.
Auswirkungen auf Europa und Deutschland
La Niña beeinflusst die atmosphärischen Strömungen weltweit. In Europa kann dies, abhängig von der Ausprägung, zu stabilen Hochdrucklagen führen, die Hitzeperioden begünstigen. Meteorologen weisen darauf hin, dass insbesondere langanhaltende Trockenphasen wahrscheinlicher werden könnten.
Für Deutschland bedeutet dies ein erhöhtes Risiko für Hitzewellen, Dürren sowie Belastungen für Landwirtschaft und Infrastruktur. Gleichzeitig könnten in anderen Regionen der Welt stärkere Niederschläge und Überschwemmungen auftreten.
Klimawandel als dominanter Faktor
Experten betonen, dass natürliche Klimaphänomene wie La Niña oder El Niño zwar kurzfristige Schwankungen hervorrufen, der langfristige Erwärmungstrend jedoch eindeutig auf den menschengemachten Klimawandel zurückzuführen ist. Selbst in Phasen, die historisch eher kühlere Bedingungen begünstigten, werden mittlerweile außergewöhnlich hohe Temperaturen registriert.
Die zukünftige Entwicklung hängt entscheidend davon ab, wie stark sich La Niña tatsächlich ausprägt und wie sie mit den bereits erhöhten globalen Durchschnittstemperaturen interagiert.
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