In Spanien bleibt die Tradition des Stierkampfs trotz anhaltender Kritik lebendig. Ein prominenter Matador hat nun bei einem solchen Event schwere Verletzungen erlitten. Die Frage, ob er bald wieder in der Arena stehen kann, bleibt ungewiss.
Schwerer Vorfall in Sevilla
Die Stierkampfsaison in Spanien hat gerade erst begonnen, als am Montag ein schwerer Unfall in der Arena Maestranza in Sevilla geschah. Der bekannte Matador Morante de La Puebla, dessen bürgerlicher Name José Antonio Morante Camacho ist, wurde vor den Augen zahlreicher Zuschauer am Gesäß aufgespießt.
Videos und Fotos dokumentieren, wie der Matador mit seinem Umhang agiert, um den Stier zu provozieren. Zunächst verläuft alles nach Plan, bis Camacho plötzlich nicht mehr ausweichen kann. Der Stier trifft ihn frontal, wirbelt ihn zu Boden und verletzt ihn dabei mit dem linken Horn. Glücklicherweise mildert die Fallbewegung des Matadors die Auswirkungen des Angriffs. Nach wenigen Sekunden liegt Camacho am Boden, während der Stier über ihn hinwegtrampelt. Sofort eilen seine Assistenten in die Arena, um das Tier mit bunten Umhängen abzulenken und von dem verletzten Matador wegzulocken.
Notoperation erforderlich
Der Matador fasst sich schmerzverzerrt an seinen Allerwertesten. Auf Bildern ist ein kleines Loch in seiner Hose zu erkennen. Camacho, der als „König der Stierkämpfer“ bekannt ist, wird schnell von vier Männern aus der Arena getragen. Sein leidender Gesichtsausdruck lässt erahnen, dass die Verletzung schwerwiegend ist.
Die spanische Zeitung „La Nacion“ berichtet über die medizinischen Details: „Eine etwa zehn Zentimeter lange Stichwunde am hinteren Anusrand, die die Schließmuskeln des Afters teilweise beschädigte, sowie eine 1,5 Zentimeter lange Perforation in der hinteren Rektumwand.“ Der Enddarm wurde durchbohrt, was zu einer langwierigen und komplexen Notoperation im Krankenhaus führte. Die Ärzte erklärten: „Dies hindert ihn am Weiterkämpfen.“ Laut Berichten ist der Zustand des Matadors „sehr ernst“.
Rückblick auf frühere Verletzungen
Bereits im vergangenen Jahr erlitt Morante de La Puebla eine schwere Verletzung, als ein Stier ihn am Oberschenkel aufspießte und der Adduktormuskel riss. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich bereits 2013. Trotz dieser Rückschläge hat sich Camacho als zentrale Figur in der spanischen Stierkampfszene etabliert. In diesem Jahr ist er in Sevilla viermal eingeplant. Ob er jedoch in der Lage sein wird, diese Termine wahrzunehmen, bleibt abzuwarten.
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