Die diesjährigen Grammys waren von einer ungewöhnlich politischen Note geprägt, die sich in scharfer Kritik und Spott gegen den US-Präsidenten Donald Trump und seine Politik äußerte. Trump ließ es sich nicht nehmen, auf die Vorwürfe zu reagieren.
In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete Trump die Grammy-Verleihung als „Müll“ und „praktisch nicht anschaubar“. Zudem kritisierte er den Moderator der Veranstaltung, Trevor Noah, den er als „totalen Verlierer“ ohne Talent bezeichnete. Trump kündigte an, rechtliche Schritte gegen Noah einzuleiten, nachdem dieser in seiner Moderation einen Witz über Trumps angebliches Interesse an Grönland gemacht hatte, verbunden mit einer Anspielung auf die Privatinsel von Jeffrey Epstein. Trump wies darauf hin, dass er nie auf dieser Insel gewesen sei und versprach Noah, „einige rechtliche Schritte“ zu unternehmen.
Kritik an der US-Einwanderungspolitik
Die Musikerin Billie Eilish nutzte ihre Plattform während der Grammy-Verleihung, um die US-Einwanderungspolitik scharf zu kritisieren. „So dankbar ich auch bin, ich habe ehrlich gesagt nicht das Bedürfnis, etwas anderes zu sagen als: Niemand ist illegal auf gestohlenem Land“, äußerte die 24-Jährige und erhielt dafür großen Beifall aus dem Publikum. Sie betonte die Wichtigkeit, die Stimme zu erheben und gegen Ungerechtigkeiten zu protestieren, und schloss mit den Worten: „Fuck ICE“.
Eilish und ihr Bruder Finneas O’Connell wurden für ihren Song „Wildflower“ mit dem Grammy für den besten Song ausgezeichnet. Die Kategorie wurde von der Musikerin Carole King präsentiert, die ebenfalls einen Button mit der Aufschrift „ICE Out“ trug. Auch andere Gäste, darunter Kehlani und Amy Allen, zeigten ihre Unterstützung mit ähnlichen Buttons.
Standing Ovations für Bad Bunny
Der US-Rapper Bad Bunny, der mit „DeBÍ TiRAR MáS FOToS“ den Grammy für das beste Album gewann, äußerte sich ebenfalls kritisch zur US-Einwanderungsbehörde ICE. „Bevor ich Gott danke, sage ich: ICE raus!“, rief er in seiner Dankesrede, was mit Standing Ovations und lautem Beifall aus dem Publikum honoriert wurde. „Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Außerirdischen, wir sind Menschen, und wir sind Amerikaner“, fügte er hinzu.
Peinlicher Moment für Cher
Ein unglücklicher Moment ereignete sich für die Musiklegende Cher, die bei der Gala eine Ehren-Auszeichnung entgegennahm. Nach ihrer Dankesrede wollte sie die Auszeichnung für die beste Aufnahme des Jahres überreichen, verließ jedoch die Bühne, bevor sie von Trevor Noah aufgefordert wurde, zu bleiben. Als sie den Umschlag mit dem Namen des Gewinners öffnete, nannte sie zunächst Luther Vandross, der bereits 2005 verstorben ist, bevor sie sich korrigierte und Kendrick Lamar als Gewinner nannte.
Steven Spielberg erhält Grammy
Regisseur Steven Spielberg wurde mit seinem ersten Grammy ausgezeichnet und ist nun ein EGOT-Preisträger, was bedeutet, dass er alle vier bedeutenden US-Unterhaltungspreise – Emmy, Grammy, Oscar und Tony – gewonnen hat. Der Preis wurde ihm für die Produktion des „Besten Musikfilms“ mit „Music for John Williams“ verliehen. Spielberg teilte sich die Auszeichnung mit den anderen Produzenten und Regisseuren, darunter Laurent Bouzereau. Der Film widmet sich dem beeindruckenden Werk des renommierten Filmkomponisten John Williams.
Die Grammy-Verleihung fand in diesem Jahr zum 68. Mal statt und gilt als einer der begehrtesten Musikpreise weltweit.
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