In Hamburg sollte in weniger als einer Minute ein geplanter Raumflugbetrieb beginnen, doch die Vorfreude wurde abrupt gestoppt. Der Ausflug ins All für zwei Deutsche, die mit einer Rakete des Amazon-Gründers Jeff Bezos reisen wollten, wurde vorerst abgesagt.
Weniger als eine Minute vor dem vorgesehenen Start gab es laut dem Unternehmen Blue Origin „ein Problem mit unseren eingebauten Überprüfungen vor dem Flug“. Die Möglichkeiten für einen Nachholtermin werden derzeit überprüft.
Pionierfahrt mit besonderen Passagieren
Dieser Flug hätte die Premiere des ersten Raumflugs einer Bezos-Rakete mit zwei Deutschen an Bord markiert: Der ehemalige Raumfahrt-Ingenieur Hans Königsmann und die Ingenieurin Michaela Benthaus, die im Rollstuhl sitzt und für die europäische Raumfahrtbehörde Esa arbeitet. Sie hätte als erste Person mit Querschnittslähmung ins All fliegen können. Zu den weiteren Passagieren gehörten die US-Unternehmer Joey Hyde, Neal Milch, Adonis Pouroulis und Jason Stansell.
Aktuelle Flüge und Kritik am Weltraumtourismus
Der etwa zehnminütige und größtenteils automatisierte Flug hätte die Teilnehmer vom Westen des US-Bundesstaates Texas auf eine Höhe von rund 100 Kilometern befördert, mit einer kurzen Phase der Schwerelosigkeit.
Blue Origin bietet diese Kurztrips für Touristen seit einigen Jahren an. Bisher hat es rund ein Dutzend Starts gegeben, und etwa 80 zahlungskräftige Kunden, darunter die Musikerin Katy Perry und der Schauspieler William Shatner, haben bereits teilgenommen. Die Preise für die Tickets werden vom Unternehmen nicht veröffentlicht.
Allerdings stehen diese Flüge aufgrund ihres geringen wissenschaftlichen Nutzens, der Auswirkungen auf die Umwelt und des elitär wirkenden Charakters in der Kritik. Kritiker bezeichnen sie als unnötigen Weltraumtourismus für vermögende Personen.
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