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Freundin am Großglockner erfroren

Gut ein Jahr nach dem Tod einer 33-jährigen Bergsteigerin am Großglockner steht ihr Freund vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm grobe Fahrlässigkeit vor, während die Verteidigung von einem tragischen Unglücksfall spricht.

Freundin am Großglockner erfroren

Im Landesgericht Innsbruck steht ein 37-jähriger Mann wegen des Todes seiner 33-jährigen Freundin vor Gericht. Der Vorfall ereignete sich vor über einem Jahr, als das Paar im Januar 2025 den Großglockner, den höchsten Berg Österreichs, bestiegen hatte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten grobe Fahrlässigkeit und schwerwiegende Fehler vor, während die Verteidigung den Vorfall als tragischen Unglücksfall bezeichnet.

Vorwürfe der Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft äußerte sich vor dem Prozess mit drastischen Worten. Der Angeklagte habe seine Freundin in der Nacht „schutzlos, entkräftet, unterkühlt und desorientiert“ unterhalb des 3798 Meter hohen Gipfels zurückgelassen. Die Behörde kritisiert, dass der Alpinist die mangelnde Erfahrung seiner Freundin nicht berücksichtigt und keine angemessene Ausrüstung bereitgestellt habe.

Unzureichende Reaktion des Angeklagten

Zusätzlich wird ihm vorgeworfen, nicht rechtzeitig am letzten möglichen Umkehrpunkt auf der Route umgekehrt zu sein, obwohl ein starker Wind mit Geschwindigkeiten von bis zu 74 Kilometern pro Stunde eine gefühlte Temperatur von minus 20 Grad erzeugte. Als ein Polizeihubschrauber abends in der Dunkelheit zu dem Paar aufstieg, setzte der Mann keinen Notruf ab. Erst nach Mitternacht kontaktierte er die Alpinpolizei, reagierte jedoch nicht auf deren Anrufe.

Verteidigung spricht von Unglücksfall

Der Verteidiger des Angeklagten argumentiert, dass sein Mandant seine Freundin zurückließ, um Hilfe zu holen. Er wies die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurück und bezeichnete den Tod der Frau als „tragischen Unglücksfall“. Laut seiner Aussage hatten die beiden die Tour gemeinsam geplant und fühlten sich ausreichend vorbereitet. Erst in der Nacht sei die Kraft der Frau erschöpft gewesen. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich kürzlich, als eine Deutsche nach einem Unfall in Italien schwer verletzt wurde.

Richter mit Fachwissen

Ein Richter, der auf Alpin-Fälle spezialisiert ist, wird nun entscheiden, ob der 37-Jährige für den Tod seiner Freundin zur Verantwortung gezogen wird. Ihm drohen bis zu drei Jahre Haft.

Prozessverlauf und Zeugen

Für den Prozess ist zunächst ein Tag angesetzt, jedoch sollen zwei Gutachter sowie mehr als ein Dutzend Zeugen, darunter Bergretter, aussagen. Daher ist eine Verlängerung des Verfahrens nicht ausgeschlossen. In einem anderen tragischen Fall kam es zu einem Diebstahl, bei dem ein Mann an Weihnachten im Berliner U-Bahnhof starb.

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Bildquelle: Kai Pilger auf Pexels

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