Wie wird die Energieversorgung für Einsatzkräfte in Grenzregionen kontinuierlich gewährleistet? Diese Frage adressiert ein neues EU-Projekt, das sich der Entwicklung einer innovativen Lösung widmet.
Ein ambitioniertes Vorhaben, das als „Powerbank im XXL-Format“ bezeichnet wird, entsteht derzeit durch die Zusammenarbeit deutscher und niederländischer Stellen in der Grenzregion. Das EU-Projekt mit dem Namen „Energy Storage Governance“ verfolgt das Ziel, einen Prototyp zu konstruieren. Dieser soll in Krisen- und Katastrophenfällen die Stromversorgung für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste sicherstellen. Das geografische Einsatzgebiet umfasst dabei das westliche Niedersachsen, das nördliche Münsterland sowie angrenzende Gebiete in den Niederlanden, wie die Polizeidirektion Osnabrück mitteilte.
Sicherstellung der kritischen Infrastruktur
Das konzipierte System soll die Energieversorgung von elektrischen Einsatzfahrzeugen bei Großereignissen oder Stromausfällen gewährleisten. Darüber hinaus zielt es darauf ab, den Betrieb von EDV- und Kommunikationssystemen auch in kritischen Lagen aufrechtzuerhalten. Bei Bedarf ist ebenfalls vorgesehen, die Stromversorgung essenzieller Gebäude wie Dienststellen und Krankenhäuser zu sichern.
Das Projekt „Energy Storage Governance“ wird als europäisches Pilotprojekt etabliert. Es wird erwartet, dass die daraus gewonnenen Erkenntnisse und Technologien später auch anderen Behörden und Sicherheitseinrichtungen in Europa zugutekommen. Neben der rein technischen Realisierung liegt ein weiterer Fokus auf der Etablierung einer gemeinsamen „Governance-Struktur“. Diese Struktur soll die zukünftige Koordination von Energieversorgung und Krisenmanagement über Organisations-, Landes- und Ländergrenzen hinweg definieren. Das auf drei Jahre angelegte Projekt erhält eine Förderung von rund 1,8 Millionen Euro.
Umfassende Kooperation und Initialzündung
Ein Sprecher der Polizeidirektion Osnabrück wies darauf hin, dass insgesamt 14 Partner an diesem Vorhaben beteiligt sind. Zu diesen gehören Forschungseinrichtungen wie die Hochschule Osnabrück, das Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen in Münster sowie niederländische Hochschulen. Ebenso sind Behörden wie die Kreispolizeibehörde Borken, die zentrale Polizeidirektion Hannover und diverse niederländische Sicherheitsbehörden involviert. Die Leitung des Projekts obliegt der Polizeidirektion Osnabrück.
Der Auslöser für die Initiierung des Projekts war der Umstand, dass die Polizeidirektion Osnabrück zu den ersten Polizeibehörden zählte, die über einen umfangreichen elektrischen Fuhrpark verfügten. Diese Entwicklung machte eine frühzeitige Auseinandersetzung mit Fragen der Energieversorgung notwendig. Polizeipräsident Friedo de Vries aus Osnabrück betonte, dass mit diesem Projekt das Krisenmanagement globaler und vernetzter gedacht werde, was zu erhöhter Sicherheit für die Bevölkerung in der Grenzregion beitragen soll.
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