„Wir werden wegen Grönland etwas unternehmen, ob es ihnen passt oder nicht“, erklärte Donald Trump im Weißen Haus und eskalierte damit den Streit um die arktische Insel. Der US-Präsident ließ durchblicken, dass er bereit sei, Grönland notfalls mit militärischem Zwang zu unter amerikanische Kontrolle zu bringen. Er fügte hinzu: „Ich würde gerne einen Deal machen – aber wenn wir es nicht auf die einfache Art tun, werden wir es auf die harte Art tun.“
Trump rechtfertigt seine Position
Trump unterstreicht seinen Anspruch auf Grönland mit dem Argument der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten. In der Umgebung der Insel seien vermehrt russische und chinesische Schiffe aktiv. Er führte weiter aus: „Wenn wir es nicht machen, werden Russland oder China Grönland einnehmen, und wir wollen Russland oder China nicht als Nachbarn haben.“ Daher sei es notwendig, die Insel zu verteidigen.
Reaktionen aus Grönland
Die grönländische Bevölkerung zeigt sich entschlossen und widersetzt sich Trump’s Ambitionen. In einer gemeinsamen Erklärung betonten die Parteivorsitzenden des grönländischen Parlaments Inatsisartut: „Wir wollen keine Amerikaner sein, wir wollen keine Dänen sein, wir wollen Grönländer sein.“ Die Politiker fordern von den USA, deren „Geringschätzung gegenüber unserem Land“ zu beenden, da die Zukunft Grönlands allein durch das grönländische Volk entschieden werden müsse.
Obwohl Grönland offiziell zum Königreich Dänemark gehört, verfügt es über weitgehende Autonomie. Mit lediglich etwa 57.000 Einwohnern ist die strategische Bedeutung der Insel aufgrund ihrer militärischen Einrichtungen und der potenziellen Rohstoffvorkommen erheblich. Zudem sind etwa 80 Prozent der Fläche mit Eis bedeckt, wobei Grönland rund sechsmal größer als Deutschland ist.
Europäische Besorgnis wächst
Die Drohungen von Donald Trump stießen in Europa auf Besorgnis. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen warnte, dass ein US-Angriff auf Grönland das Ende der NATO bedeuten könnte. Auch der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet äußerte Bedenken und wies darauf hin, dass der Druck auf Europa zunehme und sich die Staaten entsprechend vorbereiten müssten.
Mehrere NATO-Mitglieder setzen sich mittlerweile für eine verstärkte Präsenz des Bündnisses in der Arktis ein. Ein Überwachungseinsatz mit dem Namen „Arctic Sentry“ wird diskutiert, um das Sicherheitsargument der USA zu entkräften. Für die NATO ist die Situation äußerst brisant: Ein offener Konflikt zwischen den USA und einem Mitgliedsland könnte die Glaubwürdigkeit des Bündnisses gefährden, insbesondere im Hinblick auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine und die territorialen Ansprüche Chinas auf Taiwan. Ein solcher Konflikt mit den USA wäre für die NATO äußerst problematisch.
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