Der Afghanische Windhund: Die am wenigsten intelligente Hunderasse
Eine aktuelle Studie hat den Afghanischen Windhund als die am wenigsten intelligente Hunderasse identifiziert. Diese Hunde sind zwar optisch ansprechend, doch in Bezug auf Gehorsam und Lernfähigkeit zeigen sie erhebliche Schwächen.
Hunde sind seit Jahrhunderten treue Begleiter des Menschen und werden für ihre Intelligenz und Loyalität geschätzt. Allerdings variieren die kognitiven Fähigkeiten stark zwischen den verschiedenen Rassen. Ein Ranking des Psychologieprofessors Stanley Coren, das in seinem Buch „The Intelligence of Dogs: A Guide to the Thoughts, Emotions, and Inner Lives of Our Canine Companions“ veröffentlicht wurde, befasst sich mit diesen Unterschieden.
Coren untersuchte drei Hauptaspekte der Intelligenz bei Hunden: die instinktive Intelligenz, die adaptive Intelligenz sowie die Arbeits- und Gehorsamsintelligenz. Die instinktive Intelligenz bezieht sich auf die Fähigkeit eines Hundes, die Aufgaben zu erfüllen, für die er gezüchtet wurde, wie beispielsweise Hüten oder Apportieren. Adaptive Intelligenz beschreibt die Fähigkeit, Probleme selbstständig zu lösen, während die Arbeits- und Gehorsamsintelligenz die Lernfähigkeit von Hunden durch Menschen umfasst.
Die Ergebnisse des Rankings
Basierend auf diesen Kriterien erstellte Coren eine Liste von 79 Hunderassen, die mit dem Afghanischen Windhund an der Spitze endet:
- Platz 1: Afghanischer Windhund – Diese Rasse ist bekannt für ihr langes, fließendes Fell und ihren ausgeprägten Jagdtrieb. Obwohl sie für ihre Schnelligkeit und Ausdauer geschätzt werden, gelten sie aufgrund ihrer Unabhängigkeit als weniger gehorsam und intelligent.
- Platz 2: Basenji – Diese Rasse ist für ihre Eigenständigkeit bekannt und gilt als schwer erziehbar. Basenjis benötigen viel Beschäftigung und geistige Anregung.
- Platz 3: Englische Bulldogge – Diese Hunde sind für ihre Loyalität und Anhänglichkeit bekannt, zeigen jedoch auch eine gewisse Dickköpfigkeit.
- Platz 4: Chow Chow – Mit ihrer löwenartigen Erscheinung und blauen Zunge sind sie treu, aber auch eigenwillig, was ihre Erziehung erschwert.
- Platz 5: Barsoi – Diese langhaarigen Windhunde sind für ihre Schnelligkeit bekannt, zeigen jedoch wenig Gehorsam.
- Platz 6: Bloodhound/Bluthund – Trotz ihres hervorragenden Geruchssinns sind sie eigensinnig und treffen oft eigene Entscheidungen.
- Platz 7: Pekinese – Diese charmanten Hunde sind bekannt für ihren Mut und ihre Wachsamkeit, jedoch auch für ihre Unabhängigkeit.
- Platz 8: Beagle – Beagles sind gesellige Hunde, die oft nur gehorchen, wenn es ihrem eigenen Willen entspricht.
- Platz 9: Mastiff – Diese großen Hunde sind loyal und beschützend, zeigen jedoch weniger Gehorsam als andere Rassen.
- Platz 10: Basset Hound – Diese kleinen Laufhunde sind bekannt für ihre Kontaktfreudigkeit, verlassen sich jedoch oft auf ihre eigenen Instinkte.
Uneinigkeit unter Experten
Die genannten Hunderassen benötigen laut der Studie über 100 Wiederholungen, um neue Befehle zu erlernen, und befolgen diese nur in etwa 30 Prozent der Fälle zuverlässig. Ihre Stärken liegen oft in anderen Bereichen, wie Treue und der Fähigkeit, enge Bindungen zu Menschen einzugehen.
Allerdings gibt es unter Experten unterschiedliche Meinungen zu den Ergebnissen. Der niederländische Verhaltensforscher Frans de Waal interpretiert das Verhalten des Afghanischen Windhundes nicht als Zeichen mangelnder Intelligenz, sondern als Ausdruck eines unabhängigen Geistes. In seinen Augen sind diese Hunde eher mit Freidenkern vergleichbar, die eine natürliche Unabhängigkeit und Eigenwilligkeit zeigen, ähnlich wie Katzen.
Bildquelle: Lilly M via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)