Die Zukunft der Autohersteller in Deutschland ist stark von globalen Entwicklungen beeinflusst, insbesondere durch die sich verändernde Marktlandschaft in China. Während der Weltmarkt für Automobile derzeit boomt, verzeichnen die deutschen Autofabriken einen Rückgang, was beträchtliche Auswirkungen auf die Beschäftigung im Sektor haben könnte.
Experte Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des privaten Centers Automotive Research (CAR) in Bochum, erläutert, dass die Hersteller als Reaktion auf die Trump-Zölle Teile ihrer Produktion in die USA verlagern werden. Dies könnte dazu führen, dass die Zahl der Beschäftigten in den deutschen Autofabriken von aktuell etwa 720.000 Menschen auf unter 700.000 sinkt. Für das Jahr 2027 prognostiziert er lediglich 650.000 Beschäftigte in diesem Sektor.
Marktentwicklung und Wettbewerbsdruck
Im internationalen Vergleich verlieren die deutschen Autohersteller, und damit auch Europa, zunehmend an Bedeutung. Dudenhöffer hebt hervor, dass das Wachstum in Asien stattfindet, wobei asiatische Hersteller aus Japan, Korea und China eine dominierende Rolle im Automobilgeschäft übernehmen. So entfallen in diesem Jahr rund 60 Prozent des Weltmarktes auf diese Hersteller. Laut CAR wird der weltweite Fahrzeugabsatz mit 81,3 Millionen verkauften Autos auf dem höchsten Stand seit acht Jahren geschätzt, im Vergleich zu 84,4 Millionen im Jahr 2017.
Der größte Automobilmarkt weltweit, China, hat in diesem Jahr die Verkaufszahlen auf 24,3 Millionen Pkw gesteigert und damit seinen Einfluss weiter ausgebaut. Für 2025 wird erwartet, dass in China rund 30 Millionen Autos produziert werden, was einem Anteil von 36,6 Prozent an der globalen Produktion entspricht, während Europa nur 15 Prozent ausmacht.
Zukünftige Verkaufsprognosen
Für 2026 wird auf dem gesättigten deutschen Markt ein leichtes Wachstum von 2 Prozent auf knapp 2,9 Millionen Verkäufe erwartet, was unter anderem durch neue Fördermittel für Elektroautos unterstützt wird. Im darauffolgenden Jahr wird der deutsche Markt jedoch wieder stagnieren, bleibt aber dennoch die fünftgrößte Automobilwirtschaft nach China, den USA, Indien und Japan.
Dudenhöffer betont, dass die Zukunft der deutschen Autobauer untrennbar mit dem chinesischen Markt verbunden ist. Diese Unternehmen müssen, ähnlich wie der VW-Konzern, Elektrofahrzeuge „in China für China“ entwickeln und produzieren, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Er kritisiert zudem die Lockerung des für 2035 geplanten Verbrenner-Verbots und merkt an, dass Unternehmen ohne Präsenz in China nicht mehr im Automobilgeschäft agieren können.
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