„Es ist ein Wunder, dass da noch nichts passiert ist“, sagt Sascha Bartz, der Nachtbeauftragte für St. Pauli und die Schanze, über die gefährliche Situation mit Autoposern.
Seit rund zwei Jahren ist Sascha Bartz als Nachtbeauftragter für St. Pauli tätig und hat nun auch die Verantwortung für die Schanze übernommen. In einem Interview äußert er sich zu den Herausforderungen, die das Schulterblatt mit sich bringt, und erklärt, warum Geduld allein nicht ausreicht, um die Probleme zu lösen.
Herausforderungen im Schulterblatt
Die Reeperbahn gilt als traditionelles Amüsierviertel, während das Schulterblatt durch die enge Ansammlung von Menschen und Verkehr eine größere Herausforderung darstellt. Bartz beschreibt die Situation: „Auf dem Schulterblatt treffen große Gruppen von Menschen auf engstem Raum zusammen, dazu kommt der Verkehr – das ist auf jeden Fall die größere Herausforderung.“
Steigende Probleme durch Autoposer
Ein zentrales Anliegen der Anwohner und Gastronomen sind die Autoposer, die auf der Schanze immer wieder für Ärger sorgen.
„Die allermeisten Beschwerden kommen aktuell wegen Autoposern. Die fahren dort immer im Kreis, bremsen die Autofahrer hinter sich aus und geben dann auf kurzer Strecke Vollgas“, erklärt Bartz.
Er betont, dass es ein großes Risiko darstellt und es dringend Maßnahmen erfordere, um diese Situation zu entschärfen.
Langfristige Lösungen und Zusammenarbeit mit der Polizei
Um die Probleme mit den Autoposern anzugehen, wird über eine Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 20 nachgedacht. Bartz ist sich jedoch bewusst, dass dies allein nicht ausreichen wird, um die Autoposer fernzuhalten.
„Mit der Polizei stehen wir bereits zu verschiedenen Themen im regelmäßigen Austausch. Dabei werden wir uns künftig auch für verstärkte Kontrollen einsetzen“, sagt er.
Die Entscheidung über die Maßnahmen liegt jedoch in der Verantwortung der Polizei.
Erfahrungen aus St. Pauli und die Situation in Altona
Bartz zieht Parallelen zwischen den Herausforderungen in St. Pauli und der Schanze.
„Geduld“, sagt er mit einem Lachen, „ist eine wichtige Lektion.“ Die Probleme wie Lärm, Müll und Rücksichtslosigkeit sind in beiden Vierteln präsent, jedoch auf unterschiedliche Weise. Früher zogen viele Feiernde von der Schanze zur Reeperbahn, doch mittlerweile bleiben viele die ganze Nacht über in der Schanze.
Ressourcen und Teamgröße
Obwohl Bartz nun für die Schanze zuständig ist, bleibt sein Team unverändert klein.
„Wir sind weiterhin zu dritt. Ich würde es mir auch anders wünschen, aber die Gelder für das Projekt des Nachtbeauftragten sind jedes Mal Sondermittel“, erklärt er.
Aufgrund knapper Kassen wurden die Mittel für St. Pauli halbiert, was die Arbeit zusätzlich erschwert.
Netzwerkbildung mit Gastronomen
Bartz hat sich zum Ziel gesetzt, die Gewerbetreibenden auf St. Pauli stärker in das Projekt einzubinden.
„Wir haben inzwischen den ‚Kieztisch‘ ins Leben gerufen, ein Netzwerktreffen für die Gastronomen. Bisher gab es zwei Treffen und der Austausch war wohlwollend und in meinen Augen positiv für beide Seiten“, berichtet er.
Diese Initiative soll dazu beitragen, die Zusammenarbeit zwischen den Gastronomen und dem Nachtbeauftragten zu verbessern.
Die Herausforderungen in der Schanze sind komplex und erfordern ein gemeinsames Vorgehen aller Beteiligten, um die Lebensqualität in diesem beliebten Viertel zu sichern.
Quellen: mopo
Bildquelle: KI generiert