Die Pläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino stehen vor einem neuen Problem: Sein Hauptberater hat seinen Rücktritt erklärt. Carlos Cordeiro zieht persönliche Konsequenzen und äußert sich kritisch zu den Überlegungen, Anteile an der Weltmeisterschaft zu veräußern.
In einem veröffentlichten Statement, das mehreren Medien zur Verfügung steht, bezeichnet Cordeiro den Vorschlag als nachteilig für den Fußball. Er betont:
„Als leitender Berater des FIFA-Präsidenten, ehemaliger Banker und lebenslanger Fußballfan kann ich nicht tatenlos zusehen, wie die FIFA den Verkauf einer Beteiligung an der Weltmeisterschaft in Erwägung zieht. Lassen Sie mich eines klarstellen: Ich war an diesem Vorschlag in keiner Weise beteiligt und lehne ihn entschieden ab. Es ist ein schlechtes Geschäft für die FIFA-Mitgliedsverbände, ein schlechtes Geschäft für den Fußball und ein schlechtes Geschäft für die langfristige Zukunft dieses Sports.“
Cordeiro hebt hervor, dass der Fußball für ihn von zentraler Bedeutung sei, und verweist auf seine 35-jährige Erfahrung im Bankwesen, um die Bedeutung des Vermögenswerts und die Folgen eines teilweisen Verkaufs zu unterstreichen. Er schlussfolgert:
„Deshalb sollte dieser Vorschlag abgelehnt werden.“
Infantinos Einfluss schwindet
Für Gianni Infantino ist dies ein weiterer herber Rückschlag. Am Donnerstag hatten alle 55 Mitgliedsverbände der UEFA einem Boykott der Weltmeisterschaft zugestimmt. Auch der Kontinentalverband Concacaf, der für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständig ist, spricht sich gegen die Investorenpläne des FIFA-Präsidenten aus. Zudem hat sich der asiatische Fußballverband ebenfalls gegen die Vorhaben von Infantino positioniert.
Geplante Investitionen und Widerstand
Die FIFA hatte vor wenigen Tagen angekündigt, dass sie über eine neu gegründete Tochtergesellschaft, die FFE, mehr als vier Milliarden US-Dollar von externen Investoren akquirieren möchte. Zukünftige WM-Turniere sollen unter deren Schirm organisiert werden, wobei die FIFA als Mehrheits-Eigentümer auftreten würde. Infantino hatte dabei angedeutet, dass für die Annahme dieser Vorschläge eine einfache Mehrheit erforderlich sei, die er ohne die Unterstützung der drei genannten Kontinentalverbände nicht mehr erreichen könnte.
FIFA reagiert auf die Kritik
Auf die anhaltende Kritik reagierte die FIFA am Freitagmorgen mit einer offiziellen Erklärung. In dieser wird betont, dass man an dem geplanten Konsultationsprozess festhalte:
„Wir respektieren die öffentlich geäußerten Rückmeldungen und Bedenken und bekräftigen unser Bekenntnis zu einem offenen und demokratischen Konsultationsprozess.“
Weiterhin heißt es in der Stellungnahme:
„Unser geplanter Konsultationsprozess wurde durch falsche Medienberichte gestört. Wir werden diesen Konsultationsprozess fortsetzen, um sicherzustellen, dass jeder Mitgliedsverband die Möglichkeit hat, seine Stimme auf der Grundlage von Fakten abzugeben.“
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Quellen: Bild
Bildquelle: Doha Stadium Plus Qatar from Doha, Qatar via Wikimedia Commons (CC BY 2.0)