Eiszapfen an Regenrinnen oder Fallrohren können zur Gefahr werden.
Klirrende Kälte, Schnee und Eis halten Einzug – und damit steigt auch der Aufwand rund ums Haus. Neben dem klassischen Schneeräumen gibt es laut dem Verband Privater Bauherren (VPB) weitere Punkte, die Hausbesitzer im Blick haben sollten. Dazu zählt vor allem das Entfernen von Schneeverwehungen an Hausecken sowie an Terrassen- und Balkontüren.
Taut der Schnee an diesen Stellen, kann Wasser ins Haus laufen oder das Mauerwerk durchfeuchten. Wichtig ist deshalb auch, Schnee beim Räumen nicht direkt an die Hauswände zu schippen. Der VPB rät, ihn stattdessen vorsichtig auf Pflanzen oder unter Bäume zu häufen.
Gefahren durch Eiszapfen und Frostschäden
Eiszapfen an Regenrinnen und Fallrohren können gefährlich werden. Lösen sie sich, werden sie schnell zu schweren Geschossen. Deshalb sollten die Zapfen möglichst direkt abgeschlagen werden. Wachsen sie an schwer erreichbaren Stellen, etwa an der Kaminabdeckung, müssen die Bereiche darunter abgesperrt werden.
Auch Wasserleitungen benötigen bei anhaltenden Minusgraden besondere Aufmerksamkeit. Frostbedingte Leitungswasserschäden verursachen laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) im Winter jährlich Schäden von rund 140 Millionen Euro.
Ungenutzte Leitungen im Garten oder in der Garage sollten rechtzeitig entleert werden. Offenstehende Kellerfenster gilt es spätestens jetzt zu schließen, damit Leitungen und Wasserzähler nicht einfrieren. Zudem empfiehlt der GDV, auch selten genutzte Räume durchgängig zu beheizen. Bauwasseranschlüsse und ungeschützte Armaturen sollten laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mit Isoliermaterial oder Textilien vor dem Zufrieren geschützt werden.
Schneelast und Dachinspektion
Bei starkem Schneefall stellt sich außerdem die Frage nach der Belastung des Dachs. Angaben zur zulässigen Schneelast finden Hauseigentümer in der Statik ihres Gebäudes, erklärt Professor Norbert Gebbeken, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau.
Entscheidend sei nicht die Höhe des Schnees, sondern dessen Wassergehalt. Bereits zehn Zentimeter sehr nasser Schnee bedeuten laut Gebbeken fast 80 Kilogramm Belastung pro Quadratmeter – nahezu die übliche Schneelast von Dächern in München.
Das Dach selbst vom Schnee zu befreien, ist laut Gebbeken jedoch keine Option. Für Laien sei das lebensgefährlich. Stattdessen sollten Fachbetriebe wie Dachdeckerinnen und Dachdecker beauftragt werden. Sie können zugleich mögliche Schäden erkennen.
Warnsignale sind sichtbare Verformungen des Dachs, klemmende Fenster oder Türen sowie Risse im Putz. In solchen Fällen sollten Fachleute zur Einschätzung der Lage hinzugezogen werden. Entsprechende Statiker sind bei den Ingenieurekammern der einzelnen Bundesländer gelistet.
Der VPB rät außerdem, kleinere Schneeverwehungen auf dem Dach nicht zu unterschätzen. Kann Tauwasser wegen solcher Verwehungen an Kaminanschlüssen oder Dachfenstern nicht richtig ablaufen, kann es in die Dachdeckung eindringen. Gelbliche Verfärbungen an Decken oder Wänden gelten als Anzeichen für solche Feuchteschäden.
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