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Wie planen Sie Ihre Altersvorsorge in den 30ern, 40ern und 50ern optimal?

Die private Altersvorsorge wird durch eine Reform der Bundesregierung neu gestaltet. Erfahren Sie, wie viel Sie in unterschiedlichen Lebensphasen für eine sichere Rente ansparen sollten.

Wie planen Sie Ihre Altersvorsorge in den 30ern, 40ern und 50ern optimal?
Willfried Wende auf Pexels

Die Bundesregierung hat eine Reform der privaten Altersvorsorge beschlossen. Doch wie viel Geld sollte man tatsächlich für den Ruhestand ansparen? Die Antwort hängt stark davon ab, wann man mit dem Sparen beginnt.

Eine der zentralen Fragen, die sich viele Menschen im Laufe ihres Lebens stellen, ist: Wie werde ich im Alter finanziell abgesichert sein? Die finanzielle Sicherheit ist entscheidend, um den gewohnten Lebensstandard im Ruhestand aufrechterhalten zu können.

Wer auf die gesetzliche Rente angewiesen ist, sollte sich bewusst sein, dass diese allein oft nicht ausreicht. Im Durchschnitt erhalten Rentnerinnen und Rentner monatlich 1.100 Euro. Dies ist für viele nicht ausreichend, weshalb in Deutschland die Altersvorsorge auf einem Drei-Säulen-Modell basiert: gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge und private Altersvorsorge.

Reform der privaten Altersvorsorge

Ende März hat die Bundesregierung die dritte Säule, also die private Altersvorsorge, reformiert. Künftig können Sparer ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot eröffnen, um Geld für die Rente am Kapitalmarkt anzulegen. Wer einen breit gestreuten, diversifizierten ETF-Sparplan für die Altersvorsorge aufsetzt, kann deutlich höhere Renditen erzielen als mit einem Sparplan auf einem Fest- oder Tagesgeldkonto.

Monatliche Sparbeträge für verschiedene Altersgruppen

Doch wie viel Geld sollte man monatlich sparen, um im Alter gut versorgt zu sein? Dies hängt stark von der individuellen Lebenssituation ab, lässt sich jedoch anhand einiger Richtlinien festlegen. Der Onlinebroker Freedom24 hat diese für verschiedene Altersgruppen erarbeitet, wobei ein Renteneintrittsalter von 65 Jahren zugrunde gelegt wurde und das Geld in einen ETF-Sparplan mit einer erwarteten Jahresrendite von sieben Prozent investiert wird.

Für 20- bis 30-Jährige

Diese Altersgruppe hat in der Regel ein geringes Einkommen, jedoch auch viel Zeit bis zur Rente. Sie kann daher Börsenschwankungen besser verkraften. Dominik Mayr, Manager bei Freedom24, empfiehlt, in Aktien-ETFs zu investieren.

„Selbst 100 bis 200 Euro pro Monat, die im Alter von 22 Jahren angelegt werden, verwandeln sich bei einer jährlichen Rendite von sieben Prozent bis zum Alter von 65 Jahren in 47.000 bis 94.000 Euro“,

rechnet er vor.

Für 30- bis 40-Jährige

In dieser Lebensphase steigt in der Regel das Einkommen, jedoch auch die Ausgaben durch Familiengründung und Immobilienkäufe. Neben ETFs können für Sparer in dieser Altersgruppe auch Anleihen interessant sein.

„Die selbstgenutzte Immobilie ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Altersvorsorge. Der Fokus sollte auf der Abzahlung der Hypothek liegen, bevor man viel Geld zur Seite legt. Dennoch sollten 300 bis 500 Euro pro Monat als Mindestbetrag für den Aufbau von Rentenkapital ausreichen, wenn man in diesem Alter mit dem Investieren beginnt“,

so Mayr.

Für 40- bis 50-Jährige

In dieser Lebensphase erreichen viele Menschen ihren beruflichen Höhepunkt und damit auch das höchste Gehalt. Wenn andere Verpflichtungen wie Immobilienkredite bereits abgehakt sind, sollte eine aggressive Sparquote in Betracht gezogen werden.

„Das ist die effektivste Lebensphase für einen beschleunigten Vermögensaufbau, wenn in den Vorjahren nicht ausreichend gespart wurde. Hier gilt: 70 bis 80 Prozent in Aktien. Ein Minimum von 600 bis 800 Euro monatlich ist empfehlenswert“,

erklärt Mayr. Auch Boni und Erbschaften sollten in das Depot fließen, um das Maximum herauszuholen.

Rentenlücke berechnen und planen

Wer früh mit dem Sparen beginnt, muss später weniger nachholen. Ab 50 Jahren sollten Sparer jedoch auch die Frage klären, wie viel Geld sie bis zur Rente tatsächlich benötigen. Eine Faustregel besagt, dass das Gesamtkapital dem 25-Fachen der jährlichen Ausgaben entsprechen sollte. Dabei ist es wichtig, die erwartete Rentenhöhe zu berücksichtigen, die im jährlichen Rentenbescheid der Deutschen Rentenversicherung oder online in der digitalen Rentenübersicht nachgelesen werden kann.

Beispiel zur Rentenlücke

Eine Person, die in einer selbstgenutzten Immobilie lebt und keine Mietkosten hat, erwartet eine Rentenhöhe von 1.200 Euro im Monat (netto). Um den aktuellen Lebensstandard zu halten, wären jedoch 2.500 Euro im Monat erforderlich. Die Rentenlücke beträgt somit 1.300 Euro monatlich, was 15.600 Euro jährlich entspricht. Das 25-Fache dieser Summe ergibt 390.000 Euro. Diesen Kapitalstock sollte die Person bis zum Renteneintritt mindestens aufgebaut haben.

Wer bereits andere Altersvorsorge-Bausteine hat, wie betriebliche Renten, kann auch mit einem geringeren Kapitalbedarf kalkulieren.

Bildquelle: Willfried Wende auf Pexels

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