Im Herbst und Winter sind die Wellen in Los Gigantes auf Teneriffa oft meterhoch.
Am 8. Dezember 2025 kam es auf der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa zu einem tragischen Vorfall, als mindestens vier Menschen durch hohe Wellen das Leben verloren. Ein weiteres Opfer wurde noch vermisst. Die Personen waren am Sonntag in einem Naturschwimmbecken im Westen der Kanaren-Insel von den Wellen überrascht worden.
Hintergründe des Vorfalls
Die Wassermassen überfluteten eine Steinmauer, welche das Schwimmareal vom offenen Meer trennte, und brachen sich an den umliegenden Felsen. Der Rückstrom des Wassers riss die Menschen mit ins Meer. Unter den bestätigten Todesopfern befanden sich zwei Slowaken, wie die slowakische Nachrichtenagentur TASR unter Berufung auf das Außenministerium in Bratislava berichtete. Eine weitere Person mit slowakischer Staatsbürgerschaft wurde verletzt. Über die Herkunft der anderen beiden Todesopfer des Unglücks bei Los Gigantes in der Region Santiago del Teide liegen bisher keine offiziellen Informationen vor. Die Behörden hatten seit Tagen aufgrund des hohen Wellengangs zur Vorsicht an den Küsten aufgerufen.
Ursachen der hohen Wellen
Torsten Schlurmann, Professor an der Leibniz Universität Hannover und Leiter des Forschungszentrums Küste, erklärte: „Das Phänomen hier auf Teneriffa war eindeutig die Folge eines schweren Sturms im Atlantik und einer gefährlichen Brandung.“ Auch Nils Goseberg, Professor an der Technischen Universität Braunschweig, sieht das Ereignis als Resultat „normaler Wintersturmtätigkeit aus dem Nordatlantik“. Teneriffa, Teil der Kanarischen Inseln, wird besonders im Herbst und Winter häufig von großen Wellen heimgesucht, die durch Stürme weit draußen im Atlantik entstehen.
Die Gefahr der Küsten
Die Küste von Teneriffa ist stark zerklüftet, was bedeutet, dass es in Strandnähe sowohl flache als auch tiefere Bereiche gibt. Dies kann dazu führen, dass an einem Ort keine hohen Wellen beobachtet werden, während nur wenige Kilometer entfernt starke Wellen ankommen.
Klimafaktoren und Wellenenergie
Bezüglich der Frage, ob solche gefährlichen Wellen auf den Kanaren häufiger auftreten, erklärte Goseberg, dass im Winter eine Zunahme des Seegangs zu beobachten sei. Im Sommer seien die Wellen hingegen geringer. Im Vergleich zur Wellenenergie erklärte Goseberg: „Im Winter hat man zwischen 20 und 30 Kilowatt pro laufendem Meter an Seegangsenergie, während dies im Sommer auf 5 bis 10 Kilowatt sinkt.“ Es gibt jedoch keine klaren Hinweise darauf, dass der Klimawandel die Wellenenergie erhöht. Goseberg betonte, dass mehr Daten notwendig seien, um fundierte Aussagen zu treffen.
Schlurmann wies jedoch darauf hin, dass aufgrund der Erderwärmung Stürme, die solche Wellen auslösen, häufiger auftreten könnten. Dies könnte zu einer erhöhten Gefährdung für Menschen führen, die sich der möglichen Gefahr nicht bewusst sind.
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