Ein Flugzeug der Airline „Emirates“ am Flughafen in Dubai: Tausende von Touristen sind derzeit gestrandet.
Aktuellen Informationen des Deutschen Reiseverbands (DRV) zufolge sind rund 30.000 Kunden deutscher Reiseveranstalter von den Luftraumsperrungen im Nahen Osten betroffen. Dies betrifft sowohl Reisende, die sich in der Kriegsregion aufhalten, als auch solche, die Flüge über die Drehkreuze Dubai, Abu Dhabi und Doha gebucht haben. Dazu zählt auch ein Chefreporter, der am vergangenen Samstag nach einer zweiwöchigen Rundreise durch Kambodscha über die Vereinigten Arabischen Emirate nach Hause zurückkehren wollte. Der Ausbruch des Krieges hat seine Pläne durchkreuzt, und nun sitzt er in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh fest. Unter den dortigen Touristen wächst die Wut, Angst und Panik.
Steigende Panik unter den Reisenden
Montag, 14 Uhr Ortszeit. Der dritte Tag des Konflikts. Unter den Reisenden, die wie ich im vermeintlichen Paradies festsitzen, breitet sich langsam Panik aus. Nachdem am Samstag der Flug nach Dubai gestrichen wurde, zeigte sich die Fluggesellschaft „Emirates“ zunächst großzügig: Busse brachten die Passagiere zurück in die Innenstadt von Phnom Penh, wo sie in einem – na ja – halbwegs akzeptablen Hotel untergebracht wurden. „Emirates“ übernahm sogar die Kosten für alle Mahlzeiten, zumindest bis gestern.
Heute Morgen, auf dem Weg durch die Lobby zum Frühstücksraum, konfrontiert uns der Rezeptionist mit einer klaren Ansage: „Wenn Sie weiterhin bei uns bleiben möchten, müssen Sie für das Hotelzimmer selbst aufkommen.“ Der Grund: „Emirates“ sei nicht länger bereit, die Kosten zu tragen.
Verärgerung und Unsicherheit unter den Gestrandeten
Unter den Reisenden wächst die Verärgerung und Angst. Die Unsicherheit zehrt an den Nerven. Viele fragen sich, wie lange sie noch in Phnom Penh ausharren müssen und wer für die zusätzlichen Kosten aufkommt: der Reiseveranstalter oder beruft sich dieser am Ende auf höhere Gewalt?
In der Hotellobby versammeln sich die Gestrandeten. Dort beraten sie, wie es weitergehen soll. In den Gesichtern ist – abgesehen von der Bräune – nichts mehr von Erholung zu erkennen. Stattdessen sind tiefe Sorgenfalten sichtbar. Viele wirken gestresst.
- Einer der Reisenden äußert sich empört über „Emirates“: Hatte nicht die Mitarbeiterin am Check-in-Schalter am Samstag sämtliche E-Mail-Adressen notiert? Hatte sie nicht versprochen, dass jeder eine Nachricht erhält, sobald klar ist, wie es weitergeht? Ist auch nur eine E-Mail angekommen? Niemand hat sich gemeldet.
- Viele fühlen sich im Stich gelassen – nicht nur von „Emirates“, sondern auch von den Reiseveranstaltern. Mehrere berichten, dass sie seit Samstag versucht haben, Kontakt aufzunehmen und Hilfe zu erhalten, jedoch bislang keine Antwort erhalten haben. Selbst E-Mails an Notfall-Adressen bleiben unbeantwortet. „Es hat sich überhaupt niemand gerührt“, sagt eine Reisende aus Braunschweig. „Bis heute hat mir keiner gesagt, wie ich hier wegkommen soll.“
Rückflüge schwer zu bekommen
Mir wird in diesem Moment bewusst, dass meine Reisegruppe – bestehend aus sieben Personen – relativ privilegiert ist. Über unseren Reiseveranstalter, SKR, einen Spezialisten für Asienreisen aus Köln, können wir uns nicht beschweren. Bereits am Sonntag, also weniger als 24 Stunden nach Beginn der Angriffe, haben sechs Mitreisende neue Flugdaten erhalten, der siebte am Montag. Umbuchen, stornieren: Dertour reagiert auf Krieg in Nahost
Im Gegensatz zu vielen anderen sind wir deshalb recht entspannt. Wir nutzen die Zeit, besuchen das Nationalmuseum, essen am Mekong-Fluss und schlendern durch Einkaufszentren – und freuen uns darauf, am Dienstagabend abzufliegen. Zwar nicht mehr gemeinsam, da wir auf verschiedene Maschinen und Fluggesellschaften verteilt sind. Einige steigen in Bangkok um, andere in Saigon oder Hongkong. Aber das ist nebensächlich. Hauptsache, es geht nach Hause.
Für andere Gestrandete könnte sich die Situation jedoch noch hinziehen. Reiseveranstalter, die am Wochenende nicht schnell genug reagiert haben, haben große Schwierigkeiten, Plätze für ihre Gäste zu sichern. „Derzeit sind freie Sitze so begehrt, dass es einem Sechser im Lotto gleichkommt, einen zu finden“, erklärt ein Insider. Deutsche sitzen fest: Was Reiseverband und Regierung raten
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Bildquelle: Unsplash / Eugene Zhyvchik