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Flugpreise ziehen an: Welche Ziele und Airlines betroffen sind

Flugpreise steigen aufgrund des Iran-Kriegs und verdoppelter Kerosinpreise. Während beliebte Reiseziele wie Mallorca boomen, streichen Airlines wie SAS zahlreiche unrentable Strecken. Passagiere müssen mit höheren Kosten für Fernreisen rechnen.

Flugpreise ziehen an: Welche Ziele und Airlines betroffen sind
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Ein Airbus von Eurowings hebt am Hamburger Flughafen ab.

Flugpreise steigen aufgrund geopolitischer Spannungen

Der Konflikt im Iran hat bereits nach einem Monat erhebliche Auswirkungen auf den internationalen Luftverkehr. Die Preise für Kerosin haben sich verdoppelt, während die Nutzung wichtiger Drehkreuze am persischen Golf stark eingeschränkt ist. Zudem ist das Flugangebot in Richtung Asien deutlich zurückgegangen.

Erwartungen an steigende Ticketpreise

Durch die Störungen im Öltransport über die Straße von Hormus wird Kerosin knapper und teurer, was die Passagiere auf weiter steigende Ticketpreise vorbereitet. Zur ersten großen Reisewelle zu Ostern verwiesen viele europäische Airlines auf ihre langfristigen Terminkontrakte, die ihnen günstigere Treibstoffpreise sichern.

„Wir sind für die nächsten zwölf Monate bei einem Preis von 67 Dollar pro Barrel gut abgesichert, sodass sich dies weder auf unsere Kosten noch auf unsere günstigen Flugpreise auswirken wird“, erklärte ein Sprecher von Ryanair.

Nachfrageverschiebungen im Flugreiseverkehr

Die britische Airline Easyjet berichtete von einer „vorübergehend gedämpften Nachfrage“, die einige Wochen anhalten könnte. Besonders betroffen sind Ziele im östlichen Mittelmeerraum, während Spanien von einer erhöhten Nachfrage profitiert. Ähnliche Beobachtungen äußerten auch der Reiseveranstalter TUI sowie die Lufthansa-Tochter Eurowings, die zu Ostern von einem unerwarteten Boom nach Mallorca berichteten. Die Kunden tendieren in Krisenzeiten zu bewährten Zielen in West- und Südeuropa, was dazu führt, dass zusätzliche Flüge schnell ausgebucht sind.

Streichungen und Einschränkungen im Flugangebot

Die skandinavische Fluggesellschaft SAS kündigte an, im April aufgrund der hohen Kerosinpreise mindestens 1000 unrentable Strecken zu streichen. Auch die lettische Airline Air Baltic hat mit den gestiegenen Kerosinpreisen zu kämpfen.

Auswirkungen auf Fernreisen

Die schwerwiegendsten Folgen sind bislang im Fernreiseverkehr zu spüren. Die Raketenangriffe und Bombardierungen in der Nahost-Region haben dazu geführt, dass wichtige globale Drehkreuze wie Doha, Abu Dhabi und Dubai auf unbestimmte Zeit ausfallen. Fluggesellschaften aus dem Golfraum, wie Qatar Airways und Gulf Air, haben ihre Flugzeuge auf dem spanischen Wüstenflughafen Teruel geparkt, der während der Corona-Pandemie eine Blütezeit erlebte.

„Die Gesellschaften am Golf haben rund die Hälfte des Gesamtverkehrs zwischen Europa und Asien abgezogen“, erläuterte der Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt.

Strategien der Lufthansa

Die Lufthansa, Europas größter Luftverkehrskonzern, sieht in der aktuellen Situation eine Chance und hat Sonder-Direktflüge angekündigt. Aufgrund operativer Gründe will die Airline den Sommer über nicht mehr in die Kriegsregion Nahost fliegen. Die nicht benötigten Flugzeuge sollen auf anderen profitablen Routen eingesetzt werden, insbesondere in Europa und Richtung Indien, einem Markt, der bislang stark über die Emirate bedient wurde.

Überlegungen zur Reduzierung der Flotte

Obwohl die Lufthansa ihren Treibstoffbedarf bis zu 80 Prozent abgesichert hat, bereitet sich der Konzern auf weiter steigende Ticketpreise vor. Diese könnten dazu führen, dass dauerhaft weniger Passagiere fliegen. Laut internen Informationen prüft Lufthansa-Chef Carsten Spohr, ob vorübergehend 20 bis 40 Flugzeuge am Boden bleiben können. Dabei sollen vor allem spritintensive Jets, die kurz vor der Ausmusterung stehen, betroffen sein. Die Streichliste würde vorrangig Europastrecken umfassen, auf denen derzeit kaum Gewinne erzielt werden.

Kerosinzuschläge und Ticketpreise

Die Ticketpreise steigen nicht nur aufgrund der gesunkenen Nachfrage, sondern auch durch die Einführung von Kerosinzuschlägen. Diese sind bei den Airlines der Lufthansa-Gruppe und anderen unter dem Posten „International Surcharge“ zu finden, der je nach Ziel stark variieren kann. Insbesondere in höheren Buchungsklassen summieren sich die Zuschläge auf Langstrecken schnell auf mehrere hundert Euro.

Ein Beispiel: Ein Rückflugticket nach New York kostet in der Holzklasse mit einem Zuschlag von 258 Euro rund 50 Euro mehr als vor der Krise, wie das Portal Meilenoptimieren.com ermittelte.

Steuererleichterungen und deren Auswirkungen

Angesichts der drastischen Preistreiber Kerosin und des verknappten Angebots könnte die Senkung der deutschen Ticketsteuer als unzureichend angesehen werden. Der Staat plant laut Kabinettsbeschluss, pro Start von einem deutschen Flughafen zwischen 2,50 und 11,40 Euro weniger Steuern zu erheben. Ob diese Erleichterungen an die Passagiere weitergegeben werden, bleibt ungewiss. Der Branchenverband BDL fordert jedenfalls zusätzliche Kostenentlastungen.

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Bildquelle: ai-generated-gemini

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