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Wie beeinflussen Panikattacken unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit?

Panikattacken betreffen Millionen Menschen und können körperliche sowie psychische Symptome auslösen. Experten erklären, wie der Körper auf diese plötzlichen Angriffe reagiert und was Betroffene beachten sollten.

Wie beeinflussen Panikattacken unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit?
KI-generiert

Angstattacken stellen für viele Menschen eine erhebliche Belastung dar. Doch was geschieht genau im Körper, wenn eine Panikattacke auftritt? Es ist wichtig zu wissen, dass nicht jeder Anfall auf eine ernsthafte Erkrankung hinweist.

Ein typisches Bild einer Panikattacke zeigt sich durch Symptome wie Herzrasen, Zittern der Hände und Atembeschwerden. Wenn das Gefühl der Angst überhandnimmt, kann der menschliche Körper mit einer Panikattacke reagieren. Diese Anfälle können so intensiv sein, dass Betroffene glauben, sie würden sterben. In Deutschland haben schätzungsweise 30 Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens mindestens einmal eine Panikattacke erlebt, wie Andreas Ströhle, Leiter der Angstambulanz an der Berliner Charité, erklärt.

Was ist eine Panikattacke?

Eine Panikattacke ist ein plötzliches und in der Regel nur wenige Minuten andauerndes Auftreten einer körperlichen und psychischen Alarmreaktion. Oft sind sich die Betroffenen nicht bewusst, dass ihre Symptome Ausdruck einer Panikreaktion sind.

„Man kann sich das ein bisschen vorstellen wie einen Alarm, der von einer Alarmanlage ausgelöst wird. Das geht ganz schnell von 0 auf 100 und bildet sich dann langsam wieder zurück“, erläutert Ströhle.

Die Abläufe sind jedoch nicht bei jedem Anfall identisch, und nicht immer ist eine psychische Erkrankung die Ursache.

Physiologische Reaktionen während einer Panikattacke

Bei einer Panikattacke werden bestimmte Hirnregionen aktiviert, die für körperliche Reaktionen verantwortlich sind. Ströhle erklärt: „Für diese körperlichen Reaktionen sind der Hirnstamm und die physiologischen Zentren im Gehirn verantwortlich, die den Kreislauf und die Atmung regeln.“ Diese evolutionär alten Zentren sind für Reaktionen wie beschleunigten Puls, Atemnot oder Schwitzen zuständig.

Wenn diese Prozesse in Gang gesetzt werden, kommt es zu einer massiven Alarmreaktion im Körper. Dies führt dazu, dass sich der Körper auf eine große Bedrohung einstellt, was Reaktionen wie Kampf oder Flucht erleichtert und die Muskulatur besser durchblutet wird. Dadurch kann der Körper optimal auf eine potenzielle Gefahr reagieren.

Die Symptome einer Panikattacke sind vielfältig. Zu den häufigsten gehören:

  • Atemnot
  • Hyperventilation
  • beschleunigte Atmung
  • Schweißausbrüche
  • Unruhe
  • vermehrter Harndrang
  • Angst, die Kontrolle zu verlieren oder zu sterben

In der Regel klingt eine Panikattacke nach 10 bis 30 Minuten ab. In seltenen Fällen kann das Angstgefühl länger anhalten, insbesondere wenn die Angst vor einer weiteren Attacke hinzukommt.

Ursachen von Panikattacken

Die Gründe für das Auftreten von Panikattacken sind vielfältig. Ströhle nennt psychische und körperliche Erkrankungen, belastende Lebensereignisse sowie den Konsum von Drogen wie Alkohol oder Beruhigungsmitteln als mögliche Ursachen. Bestimmte Risikofaktoren können das Risiko erhöhen, darunter:

  • vermehrter Kaffeekonsum
  • Schlafmangel
  • Stress
  • bestimmte Medikamente

Zusätzlich gibt es situativ ausgelöste Anfälle. Beispielsweise kann eine Person mit einer Schlangenphobie in Gegenwart einer Schlange eine Panikattacke erleiden. „Von der Symptomatik her können diese ähnlich sein wie bei einer Panikstörung, aber sie werden durch spezifische Situationen oder auch durch die Vorstellung daran ausgelöst“, erklärt Ströhle.

Panikattacke versus Panikstörung

Es ist wichtig, zwischen einer Panikattacke und einer Panikstörung zu unterscheiden. Eine Panikattacke kann auch bei gesunden Menschen auftreten, etwa in einer bedrohlichen Situation. Ströhle sagt: „Wenn ich als Gesunder mit einer Schlange konfrontiert werde, weiß ich: Okay, das war ganz normal, dass ich so reagiert habe.“

Eine Panikstörung hingegen ist eine ernsthafte Erkrankung, bei der es wiederholt zu unerwarteten Panikattacken kommt. Dies führt oft dazu, dass Betroffene bestimmte Situationen und Aktivitäten meiden, sich zurückziehen oder zusätzliche Ängste entwickeln. Ströhle beschreibt dies als ein „überempfindlich eingestelltes Alarmsystem“.

Häufigkeit und Behandlung von Panikstörungen

Die Häufigkeit von Panikstörungen ist schwer zu bestimmen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) zeigen die aktuellsten repräsentativen Daten zur Häufigkeit dieser Diagnose in Deutschland, dass etwa 2 Prozent der Bevölkerung betroffen sind, basierend auf einer Studie aus dem Jahr 2014.

Ströhle berichtet, dass sich diese Erkrankung gut behandeln lässt. Dabei kommen Psychotherapie, insbesondere Verhaltenstherapie, sowie gegebenenfalls Antidepressiva zum Einsatz. Die Erfolgsaussichten einer solchen Therapie sind sehr hoch.

Die Informationen in diesem Artikel ersetzen keine ärztliche Beratung und sollten nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.

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