Krebs im jungen Alter: Bedeutung der Nachsorge für Betroffene
Eine Krebserkrankung kann mehrfach auftreten. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, in welchem Maße eine Krebserkrankung in der Jugend das Risiko für spätere Krebserkrankungen erhöht.
Überlebende einer Krebserkrankung haben diese nicht endgültig besiegt. Rückfälle sind möglich, da einige Krebszellen trotz Behandlung im Körper verbleiben oder der Krebs unbemerkt metastasiert. Zudem kann eine Krebserkrankung oder deren Therapie das Risiko für die Entstehung eines Zweittumors erhöhen. Ein Forschungsteam aus Kanada hat das Ausmaß dieses Risikos untersucht.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass das Risiko für die meisten Krebsarten bei Personen, die im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter an Krebs erkrankt sind, etwa doppelt so hoch ist wie bei Menschen ohne frühere Krebserkrankung. Diese Erkenntnisse sind im „Canadian Medical Association Journal“ veröffentlicht.
Studienaufbau und Ergebnisse
Für die Untersuchung wurden die Daten aller Personen in der kanadischen Provinz Alberta analysiert, die zwischen 1983 und 2017 im Alter von 15 bis 39 Jahren erstmals an Krebs erkrankt waren. Insgesamt umfasste die Studie 24.459 Jugendliche und junge Erwachsene, die über einen Zeitraum von durchschnittlich 7,4 Jahren beobachtet wurden. Dies bedeutet, dass die Hälfte der Teilnehmer kürzer und die andere Hälfte länger als 7,4 Jahre verfolgt wurde.
In diesem Zeitraum entwickelten 1.442 Personen, was etwa sechs Prozent entspricht, mindestens eine weitere Krebserkrankung. Am häufigsten traten Zweittumoren nach Lymphomen sowie nach Brustkrebs auf. Die häufigsten Zweittumoren waren Brustkrebs, Darmkrebs und Lungenkrebs, die zusammen 43 Prozent der späteren Diagnosen ausmachten.
Erhöhtes Risiko durch frühere Krebserkrankungen
Die Daten belegen, dass eine Krebserkrankung in der Jugend das Risiko für eine spätere Krebserkrankung verdoppelt. Konkret bedeutet dies, dass jede sechste Person, die eine erste Krebserkrankung im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter überlebt, 30 Jahre nach der Diagnose erneut an Krebs erkranken wird.
Das Forschungsteam nennt mehrere Gründe für dieses erhöhte Risiko. Zum einen können genetische Faktoren eine Rolle spielen. Darüber hinaus können die verschiedenen Behandlungsformen gegen Krebs, wie Chemotherapie, Strahlentherapie und Hormontherapie, langfristig negative Auswirkungen haben und das Risiko für Zweittumoren erhöhen.
Wichtigkeit der Nachsorge
Die kanadische Studie hat auch für andere Länder Relevanz. In Deutschland leben rund 1,7 Millionen Menschen, bei denen in den letzten fünf Jahren eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde. Experten erwarten einen Anstieg der Krebsdiagnosen.
Gleichzeitig sinkt die Sterberate durch Krebs, was zu einer wachsenden Zahl von Überlebenden führt, auch in jüngeren Altersgruppen. Dies bedeutet, dass immer mehr Menschen mit einem erhöhten Risiko für Zweittumoren leben. Vor diesem Hintergrund betont die Studie die Bedeutung einer langfristigen Nachsorge nach einer Krebserkrankung, insbesondere in jungen Jahren. Regelmäßige Untersuchungen zur Früherkennung sind entscheidend, um erneute Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können.
Brustkrebs: Viele Todesfälle könnten verhindert werden
„`
Bildquelle: ai-generated-gemini