Die Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen. Sie beschuldigt ihn, im Internet Fake-Profile unter ihrem Namen erstellt und pornografische Inhalte verbreitet zu haben. Diese Anschuldigungen haben in Deutschland eine breite öffentliche Debatte über den Schutz von Frauen vor digitaler Gewalt ausgelöst.
Seit die Vorwürfe bekannt wurden, sind zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen, um sich mit Fernandes und anderen Opfern sexualisierter und digitaler Gewalt zu solidarisieren. Sie fordern eine Verbesserung des rechtlichen Schutzes in Deutschland. Auch der TV-Moderator Markus Lanz äußerte sich zu diesem Thema und erklärte, dass ihn der Fall seit Wochen beschäftigt.
In einem Interview äußerte Lanz: „Ich habe keinen Grund, an der Berichterstattung zu zweifeln, aber auf einer rein menschlichen Ebene empfinde ich nicht nur Mitgefühl für Collien Fernandes, sondern auch für den Rest der Familie, für die gemeinsame Tochter, die weiter zur Schule gehen muss. Für Eltern und Geschwister, die alle weiter ihr Leben leben müssen und nun morgens beim Bäcker angestarrt werden. Und ganz zum Schluss und ausdrücklich nur auf der Ebene dieser medialen Dimension auch mit Christian Ulmen, auch wenn er mutmaßlich einen Riesenfehler begangen hat.“
Markus Lanz betonte, dass er keine Ratschläge erteilen wolle, aber für sich selbst sagen könne, dass er vermutlich versucht hätte, die Situation privat zu klären. Dennoch halte er die Diskussion über das Thema für wichtig. Er äußerte Bedenken, wie Väter mit ihren Söhnen über solche Themen sprechen sollen, wenn Männer oft nur als Problembären dargestellt werden. Lanz fügte hinzu: „Wir müssen uns doch als Menschen weiterhin erst einmal unvoreingenommen und ohne Verdächtigungen begegnen, sonst sind wir als Gesellschaft erledigt.“
Er zeigte auch Mitgefühl für Christian Ulmen, den er persönlich nie getroffen hat, und hoffte, dass Ulmen einen Freund hat, der sich nach seinem Wohlbefinden erkundigt.
Markus Lanz erinnerte sich an seine eigene „krasse Erfahrung“ nach dem Misserfolg seiner Show „Wetten dass..?“ und erklärte, dass er plötzlich als Buhmann der Nation galt, weil er nicht Thomas Gottschalk war. Diese Erfahrung habe ihn an die Wut erinnert, die über Social Media verbreitet wird.
Collien Fernandes hatte in einem Interview mit dem „Spiegel“ und auf Instagram die Vorwürfe gegen Ulmen erhoben. Ulmens Anwalt Christian Schertz gab Ende März bekannt, dass rechtliche Schritte gegen die ursprüngliche Berichterstattung des „Spiegel“ eingeleitet werden. Ulmen genießt die Unschuldsvermutung. Nach einer Strafanzeige von Fernandes gegen Ulmen auf Mallorca hat die spanische Justiz den Fall an Deutschland übergeben. Die Staatsanwaltschaft Potsdam übernimmt nun die Ermittlungen.
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