Zwickau (Sachsen) – Regina Zindler, die durch ihren denkwürdigen Auftritt in der Reality-TV-Show „Richterin Barbara Salesch“ im Jahr 1999 zur Kultfigur wurde, ist im Alter von 78 Jahren verstorben. Die Sächsin erlangte Berühmtheit, als sie in der Sendung gegen ihren Nachbarn vor Gericht zog und dabei das Wort „Maschendrahtzaun“ in ihrem sächsischen Dialekt aussprach. Ihr Tod erfolgte in ihrem Wohnort Zwickau, nachdem sie einen schweren Kampf gegen den Krebs verloren hatte.
Wie bekannt wurde, starb Regina Zindler bereits am 5. Mai. Ihre Urnenbeisetzung fand am vergangenen Freitag auf dem Hauptfriedhof in Zwickau statt, wo sie in einem anonymen Gemeinschaftsgrab ihre letzte Ruhe fand, was ihrem Wunsch entsprach.
Regina Zindlers Ehemann kümmerte sich bis zu ihrem letzten Atemzug um sie. Als ein Besuch von BILD Ende April geplant war, öffnete ihr Mann die Tür und äußerte betroffen: „Meine Frau liegt im Sterben. Sie hat Krebs im Endstadium.“ Er berichtete, dass Regina sich sehr schwach fühle und keine Besuche mehr empfangen wolle. „Meine Frau bekommt bei uns zu Hause täglich Palliativpflege. Ihr bleiben noch vier Wochen, vielleicht acht. Ich werde bis zum Schluss für sie da sein“, fügte er hinzu. Letztlich blieb ihr jedoch nur noch eine Woche.
Der Hauptfriedhof in Zwickau, auf dem Regina Zindler beigesetzt wurde, ist geschmückt mit vielen bunten Blumen, die ihr gefallen hätten.
Der Aufstieg zur Berühmtheit
Im Jahr 1999 trat Regina Zindler zusammen mit ihrem Nachbarn Gerd Trommer aus Auerbach in der Gerichtsshow von Richterin Barbara Salesch auf. Ihr Anliegen war es, ihm zu untersagen, einen Knallerbsenstrauch in der Nähe ihres Maschendrahtzauns wachsen zu lassen. Obwohl die Klage abgewiesen wurde, markierte dies den Beginn ihrer außergewöhnlichen Karriere.
Der Entertainer Stefan Raab machte Regina Zindler über Nacht berühmt, indem er aus ihrem sächsischen Dialekt das Wort „Maschendrahtzaun“ in einen Hit verwandelte. Der Song erreichte sechs Wochen lang die Spitze der Charts und bleibt vielen Menschen in guter Erinnerung. Doch der plötzliche Ruhm brachte auch Herausforderungen mit sich. Fans belagerten ihr Grundstück, stahlen Zaunstücke und beschädigten ihr Zuhause. Um dem Druck zu entkommen, zog Regina Zindler mit ihrem Mann in einen Plattenbau nach Berlin, kehrte jedoch später nach Sachsen zurück.
Ein Leben in Anonymität
In den letzten Jahren ihres Lebens fand Regina Zindler wieder zur Anonymität zurück und konnte ihre Privatsphäre genießen. Bei einem Besuch von BILD im Jahr 2014 wirkte sie zufrieden und sagte: „Auf den Herrn Raab bin ich nicht mehr böse. Der hat ja nur sein Lied gemacht. Ich hab damals mein Einverständnis gegeben.“ Sie hatte mit dem Wirbel um den Maschendrahtzaun abgeschlossen. Doch die Erinnerung an das Lied „Maschendrahtzaun“ wird auch über ihren Tod hinaus bestehen bleiben.
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