Ein ICE auf der Strecke zwischen Leipzig und Berlin kam in Zahna zum Stillstand, nachdem eine Oberleitung auf den Zug gefallen war.
Zahna-Elster
12.04.2026 / 15:37
Von: Christopher Kissmann
Ein ICE, der von Berlin nach Halle unterwegs war, blieb plötzlich stehen. Eine Oberleitung riss über eine Länge von fast einem Kilometer und fiel auf den Zug. An einer Stelle wurden die Fenster beschädigt. Rund 600 Passagiere waren im Landkreis Wittenberg (Sachsen-Anhalt) stundenlang gefangen, und die Frage bleibt: Wie gefährlich war die Situation?
Bei dem Vorfall auf der wichtigen Strecke zwischen Berlin und München erlitten zwei Personen leichte Verletzungen. Sie kollabierten an Bord aufgrund von „Panik und Kreislaufproblemen“, wie ein Sprecher des Landkreises mitteilte. Eine vorsorglich eingerichtete Rettungsbasis im Bahnhof Lutherstadt Wittenberg wurde letztlich nicht benötigt.
Lebensgefahr durch Hochspannung
Die Ursache für den Riss der Oberleitung am Samstag ist bislang unklar. „Aufgrund der Lebensgefahr durch Kontakt mit dem Bahnstromnetz verzögerte sich die Evakuierung“, erklärte die Polizei. Die Weiterfahrt der Reisenden erfolgte später mit einer Diesel-Abschlepplok zum Bahnhof Lutherstadt Wittenberg. Der ursprünglich geplante Einsatz von Bussen erwies sich aufgrund der steilen Böschungen auf beiden Seiten als ungünstig.
„Die Sicherheit der Fahrgäste hat in einem solchen Fall oberste Priorität“, betonte eine Sprecherin der Bahn. „Die Oberleitung der Bahn steht unter 15.000 Volt Spannung.“ Experten müssen zunächst die Schäden an der Oberleitung überprüfen. Anschließend muss die Oberleitung geerdet werden.
Hohe Sachschäden und Umleitungen
Der Sachschaden wird nach ersten Schätzungen der Polizei auf einen sechsstelligen Betrag beziffert. Am Sonntag begann man mit den Reparaturarbeiten.
Fahrgäste müssen sich laut Angaben der Bahn auf längere Reisezeiten einstellen. „Wann der Zugverkehr auf dem betreffenden Streckenabschnitt wieder vollständig aufgenommen werden kann, steht momentan noch nicht fest“, hieß es. Nach den Reparaturen sind abschließende technische Prüfungen erforderlich.
Die Züge zwischen Berlin und Halle/Leipzig werden vorübergehend umgeleitet. Der Halt in Lutherstadt Wittenberg entfällt, stattdessen wird ein Ersatzhalt in Dessau eingerichtet.
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