Der Prozess gegen den 18-jährigen Fabian Z. aus Finkenwerder hat am Hamburger Landgericht begonnen.
„Es ist schockierend, was ihm vorgeworfen wird“, äußerte sich ein Angehöriger eines der mutmaßlichen Opfer.
Der Angeklagte sieht sich 54 Straftaten gegenüber, darunter schwere Online-Delikte gegen Mädchen sowie Angriffe auf homosexuelle Männer.
Vorwürfe und Verhandlung
Die Verhandlung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Dies geschieht, weil Fabian Z. zum Zeitpunkt der ihm vorgeworfenen Taten minderjährig war. Lediglich Fotografen durften zu Beginn des Prozesses Aufnahmen im Saal machen. Die Staatsanwaltschaft erhebt gegen ihn schwerwiegende Vorwürfe, die unter anderem den schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, die Herstellung und Verbreitung kinder- und jugendpornografischer Inhalte sowie Nötigung und Erpressung umfassen.
Überraschende Wendung in der Verteidigung
Eine unerwartete Wendung gab es bereits vor Prozessbeginn: Die Hamburger Rechtsanwältin Dr. Christiane C. Yüksel, die zusammen mit Rechtsanwalt Yussof Sarwari die Verteidigung übernehmen sollte, legte kurzfristig ihr Mandat nieder. Gründe für ihren Rückzug wurden nicht genannt. Der Prozess startete somit ohne ihre Beteiligung.
Online-Netzwerke und psychische Manipulation
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll Fabian Z. Online-Gruppen gegründet haben, die dem internationalen Sadisten-Netzwerk „764“ nachempfunden sind. Er wird beschuldigt, psychisch labile Mädchen im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren gezielt angesprochen und sie emotional manipuliert zu haben. Insgesamt sind sieben mutmaßliche Opfer betroffen.
Angriffe auf homosexuelle Männer
Zusätzlich zu den Vorwürfen gegen Mädchen wird Fabian Z. auch beschuldigt, homosexuelle Männer angegriffen zu haben. Gemeinsam mit Komplizen soll er über Dating-Apps wie „Grindr“ und „Planet Romeo“ Männer zu Treffen gelockt und sie dann in Hinterhalte geführt haben. Diese Vorgehensweise wird als „Pedo-Hunting“ bezeichnet, wobei Männer unter einem Vorwand zu Treffen gelockt, beschimpft und angegriffen werden, angeblich um Kinder zu schützen, tatsächlich jedoch aus homophoben Motiven.
Hintergrund und Verhaftung
Die Hinweise auf den Angeklagten sollen aus den USA gekommen sein. Im Dezember wurde Fabian Z. verhaftet. Der junge Mann, der polnische Wurzeln hat, gab an, in der Schule wegen seiner Herkunft gemobbt worden zu sein. Dies führte dazu, dass er schließlich die Schule abbrach und sich zunehmend in Online-Welten zurückzog, wo er auf die sadistischen Gruppen stieß und dort Anerkennung suchte.
Quellen: mopo, t-online
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