Nach dem Überfall auf ein Seniorenpaar in Hamburg-Billwerder am Sonntagabend, bei dem ein 51-Jähriger schwer verletzt wurde, haben die Ermittler schnell reagiert. Die Polizei konnte am Montagabend drei Tatverdächtige festnehmen.
Am 2. August 2026, gegen 19:30 Uhr, klingelten zwei unbekannte weibliche Jugendliche an der Tür des Einfamilienhauses der 83-jährigen Bewohnerin. Als diese die Tür öffnete, drangen vier maskierte männliche Jugendliche gewaltsam in das Haus ein und durchsuchten es nach Wertgegenständen. Im Obergeschoss trafen sie auf den 51-jährigen Verwandten der Frau und forderten unter Anwendung von Gewalt mit einer Stichwaffe die Herausgabe von Wertsachen.
Der 51-Jährige erlitt mehrere Stich- und Schnittverletzungen und musste unter Begleitung eines Notarztes in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Täter entkamen mit Schmuck und Bargeld in unbekannte Richtung.
Die sofort eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen, an denen auch ein Hubschrauber der Bundespolizei beteiligt war, führten zunächst nicht zur Festnahme der Verdächtigen. Das Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes übernahm die psychosoziale Betreuung der Angehörigen des Opfers.
Die ersten Ermittlungen am Tatort wurden vom Kriminaldauerdienst (LKA 26) durchgeführt und später vom Raubdezernat der Region Bergedorf (LKA 173) übernommen. Durch umfangreiche Ermittlungen, insbesondere die Auswertung von Videoüberwachungen, konnten die Ermittler schnell drei 16-Jährige (deutsche, ghanaische und polnische Staatsangehörigkeit), einen 15-jährigen Deutschen und eine 16-jährige Deutsche als Tatverdächtige identifizieren. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass die Jugendlichen in einer Vorbeziehung zu ihren Opfern stehen könnten.
Die Staatsanwaltschaft Hamburg erwirkte daraufhin fünf Durchsuchungsbeschlüsse für die Wohnungen der Verdächtigen in Hamburg-Bergedorf und Lohbrügge. Am Montagabend vollstreckten die Einsatzkräfte des Landeskriminalamts, unterstützt von Spezialeinheiten, die Beschlüsse.
Bei den Durchsuchungen wurden der 16-jährige Deutsche aus Hamburg-Bergedorf und der 16-jährige Ghanaer aus Hamburg-Lohbrügge angetroffen und vorläufig festgenommen. Zudem fanden die Beamten umfangreiche Beweismittel, deren Auswertung noch andauert. Der 15-jährige Deutsche wurde ebenfalls angetroffen, während sich der Tatverdacht gegen den 16-jährigen Polen und die 16-jährige Deutsche nicht erhärtete.
Im Verlauf der Durchsuchungen ergaben sich Hinweise auf einen mutmaßlich tatbeteiligten 14-jährigen Deutschen aus Hamburg-Bergedorf. Für seine Wohnung wurde ebenfalls eine Durchsuchung angeordnet. Der 14-Jährige wurde jedoch nicht angetroffen, konnte jedoch später von Zivilfahndern in Hamburg-Bergedorf vorläufig festgenommen werden.
Eine 15-jährige Deutsche aus Hamburg-Bergedorf stellte sich im Rahmen der Maßnahmen mit ihren Eltern am Polizeikommissariat 43. Auch bei ihr wurden weitere Beweismittel sichergestellt, bevor sie nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen wurde.
Die drei vorläufig Festgenommenen (14, 16, 16) wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen in das Untersuchungsgefängnis gebracht. Die Ermittlungen des LKA 173 und der Staatsanwaltschaft Hamburg zu zwei weiteren Tatverdächtigen, einer Frau und einem Mann, dauern weiterhin an.
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Quellen: presseportal, RTL, NDR
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