Die Tragödie in Bramfeld hat die Stadt erschüttert: Moisha E., ein 15-jähriges Mädchen, wurde offenbar von ihrer eigenen Mutter, Alissa E., mit einem Beil getötet. Vor dem Tatort haben Freunde und Schulkameraden Blumen, Bilder und Teddys niedergelegt, um ihrer verstorbenen Freundin zu gedenken.
Freunde und Nachbarn äußern sich besorgt über die psychische Verfassung der tatverdächtigen Mutter. Berichten zufolge litt Alissa E. seit längerer Zeit unter schweren psychischen Krisen, die sich in Wahnvorstellungen, Suizidgedanken und selbstverletzendem Verhalten äußerten. Eine Nachbarin beschreibt die Situation als alarmierend und spricht von deutlichen „Warnsignalen“.
Polizeieinsätze und psychische Probleme
In den Wochen vor der Tat waren Polizei und Rettungsdienst mehrfach wegen Alissa E. im Einsatz. Bei zwei Gelegenheiten wurde sie in ein Krankenhaus eingeliefert, und der Sozialpsychiatrische Dienst des Bezirksamts Wandsbek wurde über ihren Zustand informiert. Die genauen Umstände dieser Einsätze und ob die Warnsignale ernst genommen wurden, sind bislang unklar.
Moisha E. wurde in der Nacht zu Sonntag tot in der Wohnung ihrer Mutter an der Berner Chaussee aufgefunden. Die Polizei berichtete, dass das Mädchen blutüberströmt war und Anzeichen „massiver Gewalteinwirkung“ aufwies. Alissa E. wird beschuldigt, ihre Tochter mit einem Beil getötet zu haben, wobei von bis zu 50 Hieben die Rede ist. Die Ermittler haben die mutmaßliche Tatwaffe jedoch noch nicht offiziell bestätigt.
Die letzten Stunden von Moisha
Berichten zufolge hatte Moisha am Wochenende ihre Mutter besucht, um sich mit ihr zu versöhnen. Als sie am Samstagabend nicht wie vereinbart zurückkehrte, meldete eine Betreuerin sie als vermisst. Die Polizei fand in der Wohnung ein verschlossenes Zimmer, das Alissa E. zunächst nicht öffnen wollte. Bei dem anschließenden Gerangel wurde ein Beamter leicht verletzt. Als die Einsatzkräfte schließlich das Zimmer betraten, entdeckten sie Moisha leblos.
Psychische Krisen und Hilfsangebote
Freunde von Alissa E. berichten von ihrem stark verschlechterten psychischen Zustand in den Monaten vor Moishas Tod. Eine Nachbarin erklärte, dass sie versucht habe, Alissa zu helfen und ihr Ratschläge gegeben habe, um schneller einen Therapieplatz zu bekommen. „Ich denke, wenn sie professionelle Hilfe gehabt hätte, hätte sich das alles verhindern lassen“, sagte sie.
Eine Freundin, Jana L., berichtete, dass Alissa E. von Oktober 2025 bis Januar 2026 in der Psychiatrischen Klinik Ochsenzoll behandelt wurde. Nach ihrer Entlassung habe sie die Psychopharmaka abgesetzt, da sie sich von den Medikamenten „verrückt gemacht“ fühlte. In der Folge seien ihre Wahnvorstellungen intensiver geworden.
Polizeieinsätze und deren Folgen
Die Polizei bestätigte zwei Einsätze in den Wochen vor Moishas Tod. Am 28. April fand Jana L. Alissa E. mit einer Stichverletzung in der Brust in ihrer Wohnung. Alissa sprach von einem Einbrecher, während die Einsatzkräfte Hinweise auf eine mögliche Selbstverletzung fanden. Der Sozialpsychiatrische Dienst wurde informiert.
Ein weiterer Einsatz fand am 10. Mai statt, als Alissa E. nach einem Streit in einen Keller ging und begann, ihren Kopf gegen die Wand zu schlagen. Auch hier äußerte sie Suizidabsichten, gab jedoch an, von jemand anderem geschlagen worden zu sein. Die Polizei leitete ein Strafverfahren ein und brachte sie in ein Krankenhaus. Trotz ihrer psychischen Auffälligkeiten wurde sie wenig später entlassen.
Fragen nach den Warnsignalen
Auf die Frage, ob Warnsignale möglicherweise ignoriert wurden und ob Moisha noch leben könnte, äußerte sich das Bezirksamt nicht konkret. Eine Sprecherin erklärte, dass aufgrund des Sozialdatenschutzes keine Stellungnahme zu dem Fall abgegeben werden könne. Dies wirft die Frage auf, ob Alissa E. nach den Vorfällen weiterhin psychiatrisch behandelt wurde und welche Informationen den Behörden über ihren Zustand vorlagen.
Familiäre Belastungen und rechtliche Folgen
Die familiäre Situation von Alissa E. soll ebenfalls eine große Belastung für sie dargestellt haben. Ein Nachbar berichtete, dass das Jugendamt ihre Kinder aus dem Haushalt genommen habe, da Alissa nicht in der Lage gewesen sei, sich um sie zu kümmern. Unter dieser Trennung habe sie stark gelitten, was sich auch in ihrem physischen Erscheinungsbild niederschlug.
Alissa E. wurde in der Nacht von Samstag auf Sonntag am Tatort festgenommen. Ein Haftrichter erließ am Montag Haftbefehl und ordnete Untersuchungshaft an. Die Ermittlungen zu ihrem psychischen Zustand dauern an, um zu klären, ob sie zum Zeitpunkt der Tat schuldfähig war. Sollte sich herausstellen, dass die rechtlichen Voraussetzungen vorliegen, könnte sie in ein psychiatrisches Krankenhaus verlegt werden.
Die Tragödie um Moisha E. wirft viele Fragen auf, die bislang unbeantwortet bleiben. Die Ermittlungen werden fortgesetzt, um die Hintergründe dieser erschütternden Tat zu klären.
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Quellen: mopo, RTL, tagesschau
Bildquelle: Wolfgang Weiser auf Pexels