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Warum dürfen Iraner jetzt wieder SMS senden?

Exil-Iraner in Amsterdam protestieren gegen die Mullahs. Aus dem Iran selbst gibt es fast keine Bilder – das Regime hatte zwischenzeitlich das Internet abgestellt. Teheran…

Warum dürfen Iraner jetzt wieder SMS senden?

Exil-Iraner in Amsterdam protestieren gegen die Mullahs. Aus dem Iran selbst gibt es fast keine Bilder – das Regime hatte zwischenzeitlich das Internet abgestellt.

Teheran

17.01.2026 / 13:43

Seit dem Beginn der Massenproteste vor mehr als einer Woche ist der Iran nahezu vollständig offline. Jetzt gestattet das Mullah-Regime immerhin das Senden von Textnachrichten. Zudem wird Online-Banking wieder ermöglicht.

Im Iran bleibt der Zugang zum globalen Internet den zehnten Tag in Folge gesperrt. Seit Samstag können die Bürger des Landes mit etwa 90 Millionen Menschen jedoch erstmals wieder per Mobilfunk SMS-Textnachrichten versenden, wie Anwohner aus der Hauptstadt Teheran berichten. Aus dem Ausland versandte SMS erreichen den Iran weiterhin nicht.

Bisher waren alle Messenger-Dienste blockiert. Dank dieser neuen Regelung können die Menschen auch wieder Online-Banking nutzen, weil hierfür eine Zwei-Faktor-Autorisierung per SMS erforderlich ist.

Staatlich kontrolliertes Intranet im Iran

Seit dem vergangenen Wochenende haben Nutzer zudem Zugriff auf ein nationales Intranet mit ausschließlich staatlich kontrollierten Webseiten. Dienste aus dem Ausland bleiben weiterhin blockiert.

Bereits seit Jahren existiert im Iran eine Parallelstruktur iranischer Apps zu beliebten Anwendungen wie WhatsApp, Telegram oder Google Maps – unter strenger Aufsicht der Sicherheitsbehörden. Dies führt faktisch zu einem Verlust der Anonymität im Netz.

Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks meldet, dass der Zugang zum Internet im Iran seit dem 8. Januar nahezu vollständig unterbrochen ist. Die Messwerte zeigen einen minimalen Anstieg auf zwei Prozent des normalen Niveaus. Anzeichen für eine signifikante Erholung sind nicht zu erkennen.

Sorge um längere Internetblockade

Unterdessen wachsen die Befürchtungen, dass das globale Internet im Iran noch lange gesperrt bleiben könnte. Das Exilportal „Iranwire“ berichtete am Freitag, dass die Blockade bis zum persischen Neujahrsfest Ende März andauern könnte. Das Portal beruft sich auf Aussagen der Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani. Gut informierte Quellen in Teheran berichten, dass zwar noch keine endgültige Entscheidung gefallen ist, jedoch von mindestens zwei weiteren Wochen Sperre ausgegangen wird.

Iranische Sicherheitsbehörden hatten die Blockade am Abend des 8. Januar verhängt. Auslöser waren Massenproteste gegen das autoritäre Regime der Islamischen Republik. Berichten von iranischen Menschenrechtsgruppen zufolge gibt es mehr als 3.400 Tote. Aufgrund der Informationssperre sind genaue Zahlen jedoch schwer zu überprüfen.

Bildquelle: Christina Morillo auf Pexels

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